Äpfel sind gesund

aber nicht alle gleich

Äpfel sind gesund

In englischer Sprache gibt es ein auch in Deutschland gut bekanntes Sprichwort „An apple a day keeps the doctor away“ – zu Deutsch „Iss einen Apfel am Tag und der Arzt bleibt dir vom Leib“. Ein ähnlicher deutscher Sinnspruch, der die gesundheitsfördernde Wirkung von Äpfeln anpreist, lautet: „Ein Apfel gegessen kurz vor der Nacht, hat manchen Arzt zum Bettler gemacht“. Eine Übertreibung?  Dass Obst  gesund ist, weiß wohl jeder,  Äpfel  können aber offenbar mehr. Zahlreiche Studien haben inzwischen belegt, dass das englische Sprichwort stimmt. Sie fanden beispielsweise heraus, dass der Genuss von mindestens einem Apfel am Tag die Häufigkeit von Lungenkrebs, Dickdarmkrebs, Asthma und Schlaganfall verringert, und das Sterberisiko infolge einer koronaren Krankheit senkt. Allerdings hat man gesehen, dass nicht jeder Apfel gleich gesund ist.

Wirft man einen Blick auf die Inhaltsstoffe von Äpfeln, so ist ihre gesundheitliche Bedeutung nicht verwunderlich. Neben Kalium, das für die Herzgesundheit eine wichtige Rolle spielt und den Vitaminen A, B1, B2 und B6 enthalten Äpfel viel Vitamin C. Ein roher Apfel kann zwölf bis 60 Prozent des Tagesbedarfs an Vitamin C decken. Wie Untersuchungen gezeigt haben, geht aber die eigentliche positive Wirkung von Äpfeln vor allem auf sogenannte Polyphenole zurück. Das sind Substanzen, die Pflanzen selbst produzieren, um sich vor schädlichen UV-Strahlen oder vor Schädlingen zu schützen.

Zu der Gruppe der Polyphenole gehört eine ganze Reihe von Substanzen wie z.B. die Flavonoide (Pflanzenfarbstoffe), die Gerbstoffe (Tannine) oder die Procyanidine (Antioxidantien), die auch in vielen Heilpflanzen wie z.B. Ginkgoblättern enthalten sind. Nach Angaben des Max-Rubner-Instituts Karlsruhe (Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel) konnten bisher im Labor folgende Wirkungen bestätigt werden:

  • Die Substanz Quercetin wirkt entzündungshemmend und antiallergen und wird bereits experimentell zur Behandlung von Haut- und Prostatakrebs eingesetzt.
  • Epicatechin und andere Catechine können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken, indem sie die Bildung von Plaques in den Arterien reduzieren.
  • Procyanidine und Proanthocyanidine tragen zur Vorbeugung von Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Darmkrebs bei.

Doch nicht in jeder Apfel-Sorte sind gleich viele der gesundheitsfördernden Phenole enthalten. Die neugezüchteten Sorten wie Golden Delicious, Braeburn, Granny Smith oder Jonagold sind eher arm an Phenolen, während alte Apfelsorten wie Boskoop oder Äpfel von Streuwiesen besonders viel dieser Stoffe enthalten. Man erkennt es an der Bräunung, die ein aufgeschnittener oder geriebener Apfel bildet. Je schnelle und je stärker das Apfelfleisch nach Kontakt mit der Luft braun wird, desto mehr Phenole enthält die Frucht. Die Flavonoide befinden sich außerdem überwiegend in den Randschichten der Pflanzen, Äpfel sollten deshalb nicht geschält werden.

Übrigens: Wer lieber Apfelsaft trinkt anstelle die Früchte zu verzehren, der sollte eine naturtrübe Sorte wählen. Durch die Verarbeitung zum Apfelsaft geht etwa ein Drittel bis die Hälfte der in den Äpfeln enthaltenen Polyphenole sowieso verloren. Wird die Trübung aber anschließend entfernt, verliert der Saft oft noch einmal die Hälfte der gesundheitsfördernden Substanzen.

 

Quellen:

www.mri.de

Davis MA et al. Association Between Apple Consumption and Physician Visits. JAMA Intern Med, online 30. März 2015; doi:10.1001/jamainternmed.2014.5466

Cai t. et al. Archives of Gynecology and Obstetrics 2014 290:3168

Chen L, Hu FB, Yeung E et al. Prepregnancy consumption of fruits and fruit juices and the risk of gestational diabetes mellitus: a prospective cohort study. Diabetes Care 2012;35:1079–82.

Fießinger A, Höhne F, Neue Erkenntnisse über die Inhaltstoffe des Apfels, Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei,  Mecklendburg/Vorpommern, 2012

Liu JR et al. Fresh apples suppress mammary carcinogenesis and proliferative activity and induce apoptosis in mammary tumors of the sprague-dawley rat. J Agric Food Chem 2009; 57: 297-304

Zuletzt überprüft am 5. Juli 2016