Cocktail aus dem Kuhstall beugt Allergien vor

gut gegen Heuschnupfen und Asthma

Kuhstall beugt Allergien vor Prävention

Laut dem Robert-Koch-Institut leiden in Deutschland inzwischen rund 17 Prozent aller Kinder an allergischem Bronchialasthma, Neurodermitis, Heuschnupfen oder einer Nahrungsmittelallergie. Vor zehn Jahren waren es rund ein Drittel Kinder weniger. Einer der Gründe für diese Entwicklung könnte in der übertriebenen Hygiene liegen, mit der Kinder heute vor allem in den Städten aufwachsen. Kinder von Bauern erkranken nämlich wesentlich seltener an Asthma oder Allergien als ihre Altersgenossen aus der Stadt, hat die Münchener Wissenschaftlerin Prof. Erika von Mutius herausgefunden.

Die ersten Hinweise gab es bereits vor 15 Jahren. Die Münchener Professorin hat untersucht, bei welchen Kindern besonders häufig Allergien auftreten und dabei gesehen, dass Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, seltener mit allergischen Symptomen zu kämpfen haben als Stadtkinder. Inzwischen weiß man, dass auch ihre Spielkameraden aus dem gleichen Ort, deren Eltern aber keinen Bauernhof betreiben, häufiger Allergien entwickeln als Bauernkinder. Das Risiko, an Asthma zu erkranken, ist demnach auf einem Hof nur halb so hoch wie sonst. Die Wahrscheinlichkeit Heuschnupfen zu bekommen beträgt bei Bauernkindern sogar nur ein Drittel des Risikos anderer Gleichaltrigen.

Die Münchener Forscherin hat zwei Faktoren ausgemacht, die offenbar als Schutz gegen Allergien und Asthma besonders wichtig sind: Das Kind muss bereits vom Säuglingsalter an gewohnt sein, in Stall und Scheune mitgenommen zu werden. Außerdem bietet das Trinken von Rohmilch einen zusätzlichen Schutz gegen ein überschießendes Immunsystem. Dass der Kontakt mit Heu und Stroh einen so guten Schutz bildet, liegt vermutlich an einem Gemisch aus pflanzlichen und mikrobiellen Substanzen, die in einem Stall überall vorkommen und eingeatmet werden. „Es ist nicht ein einzelnes Bakterium, sondern ein ganzer Cocktail von Bakterien und Schimmelpilzen, der den Stall im Sinne der Allergieprävention so wertvoll macht“, sagt die Wissenschaftlerin.

Zuletzt überprüft am 3. Juli 2016