Was wirkt besser gegen Erkältung: Antibiotikum oder Thymian und Efeu?

Frage: Mein Sohn versäumt bei jeder Erkältung tagelang den Unterricht und muss mühsam nacharbeiten. Lassen sich Husten und Schnupfen mit einem Antibiotikum schneller behandeln und damit die Fehlzeiten verkürzen?

Antwort: Antibiotika sind bei Husten und Schnupfen fast immer unnötig und auch unsinnig. Die meisten Erkrankungen der oberen Luftwege werden nämlich von Viren verursacht, denen Antibiotika nichts anhaben können. Den schlagenden Beweis lieferte eine statistische Auswertung von 11 Studien mit bis zu 1.047 Patienten: Hatten die Patienten ein Antibiotikum eingenommen, so wurden sie keineswegs, wie erhofft, schneller gesund. Ihre Erkältung dauerte ähnlich lange wie bei Patienten, die lediglich ein wirkstofffreies Scheinmedikament (Placebo) bekommen hatten (Cochrane Database Syst Rev. 2013 Jun 4;6:CD000247).

Zum Glück bietet die Pflanzenheilkunde gerade zur Linderung von Erkältungssymptomen eine Reihe wirksamer und gut verträglicher Hilfen an. Nach Erhebungen des Robert-Koch-Instituts Berlin wird heute jedes vierte pflanzliche Arzneimittel, das Deutschlands Apotheker verkaufen, zur Behandlung von Husten und Erkältungskrankheiten abgegeben.

Allerdings entsprechen längst nicht alle Präparate mit pflanzlichem Inhalt den Qualitätskriterien einer rationalen, modernen Phytotherapie. Wissenschaftlich überprüft und dokumentiert ist die pharmazeutische Qualität und therapeutische Wirksamkeit der Wirkstoffextrakte folgender Arzneipflanzen:

Efeu-Extrakte wirken schleimlösend und führen zu einer Entspannung der Bronchien. Der Efeu-Spezialextrakt „Prospan“ erwies sich in klinischen Studien als genauso wirksam wie der chemische Arzneistoff Ambroxol.

Thymian ist als Monopräparat – also als einziger Arznei-Wirkstoff – zur Behandlung von Katarrhen der oberen Luftwege und von Bronchitis geeignet. Ebenfalls bewährt haben sich auch Kombinationen mit weiteren pflanzlichen Wirkstoffen.

Studien ergaben: Eine pflanzliche Kombination aus Thymian und Efeu („Bronchipret“) war bei der Behandlung hustender Kinder ebenso erfolgreich wie die gängigen synthetischen Substanzen Acetylcystein oder Ambroxol.

 

Wichtig zu wissen: Anders als bei Erwachsenen erstatten die Krankenkassen bei Kindern unter zwölf Jahren auch für rezeptfreie Mittel die Kosten, wenn der Arzt diese verordnet. Einige Versicherer zahlen sogar für 12- bis 17-Jährige. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach!

Zuletzt überprüft am 3. Juli 2016