BEI FLUGREISEN AN DIE VENEN DENKEN

Enge und Unbeweglichkeit wirken sich ungünstig auf die Blutzirkulation aus und führen zu Ödemen in den Beinen

Das lange Sitzen unter den beengten Platzverhältnissen an Bord eines Flugzeugs und die erzwungene Unbeweglichkeit wirken sich ungünstig auf die Blutzirkulation aus und führen zu Flüssigkeitsansammlungen in den Beinen, zu so genannten Ödemen(= Schwellungen). Ein noch größeres Risiko tritt oft erst Tage nach der Landung am Urlaubsort in Erscheinung: Das Versacken des Blutes in die Beine führt zum Zusammenklumpen der Blutkörperchen zu einem Blutpfropf („Thrombus“), der vom Blutstrom weitergetragen wird und an einer engen Gefäßstelle zu einem Verschluss („Thrombose“) führen kann. Studien haben nachgewiesen, dass für diesbezüglich besonders anfällige Flugreisende bis zu fünf Tage nach einem Langstreckenflug eine erhöhte Thrombosegefahr besteht.

 

Lange Flüge können gefährlich werden

  • für Menschen mit Venenerkrankungen, zum Beispiel mit ausgeprägten Krampfader
  • für alle Fluggäste über 40 Jahre
  • für alle Passagiere mit Übergewicht
  • für Personen, die einen Gipsverband am Bein tragen oder kurz vor Reiseantritt operiert worden sind
  • für herzkranke Passagiere
  • für werdende Mütter
  • und für Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel einnehmen

Wenn der Flug ruhig verläuft, sollten Reisende jede Gelegenheit nutzen, um beim Auf- und Abgehen auf den Gängen die Muskelpumpe in den Beinen zu aktivieren. Zugegeben: In einem voll besetzten Jumbo ist dieser Ratschlag nur schwer zu befolgen. Bewegungen sind jedoch auch im Sitzen möglich. Flugmediziner empfehlen:

  • Pressen Sie hin und wieder für mehrere Sekunden die Zehen zusammen, um so die Waden anzuspannen. Das regt die Durchblutung an.
  • Stützen Sie die Füße regelmäßig für einige Zeit nur mit den Fersen ab.
  • Kreisen Sie gelegentlich mit den Füßen, treten Sie auf der Stelle und stellen Sie sich auf die Zehenspitzen.
  • Machen Sie mit, wenn im Bordkino Muskelübungen („Flyrobics“) vorgemacht werden.

Stellen Sie den Fußraum unter dem Vordersitz nicht mit Handgepäck zu. Tragen Sie keine Hosen, die in den Kniekehlen oder Leisten einschnüren und keine Socken oder Kniestrümpfe mit zu festen Bündchen. Schlagen Sie beim Sitzen die Beine nicht übereinander, weil das die Venen abdrücken könnte. Wer zu Venenproblemen neigt oder bereits an einer Thrombose erkrankt war, sollte während des Fluges unbedingt Kompressionsstrümpfe tragen. Es empfiehlt sich außerdem, an Bord viel zu trinken. Und noch eins: Statt zu schlafen, sollten Sie lieber lesen, Musik hören oder das Bordkino verfolgen. Denn im Schlaf sackt der Körper zusammen; dabei könnten Blutgefäße eingeklemmt werden.

Wichtig zu wissen: Das so genannte Economy-Class-Syndrom ist nicht nur auf die Touristenklasse von Flugzeugen beschränkt. Es kann in der Businessklasse genau so auftreten wie nach längeren Fahrten mit dem Zug, mit dem Bus und im Pkw.

Zuletzt überprüft am 12. Juli 2016