LEBENSMITTEL: WIE ERKENNT MAN GENMANIPULIERTE PRODUKTE?

Frage: Immer wieder wird in den Medien über genmanipulierte Lebensmittel berichtet. Welche sind bei uns verkäuflich, und wie kann ich sie erkennen?

Antwort: In Deutschland sind grundsätzlich alle Lebensmittel, Zutaten und Zusatzstoffe, die aus einem gentechnisch veränderten Organismus (GVO) hergestellt sind oder ein solches enthalten, gesetzlich kennzeichnungspflichtig.  Zurzeit sind gentechnisch veränderter Mais, Raps, Soja, Zuckerrübe und deren Verarbeitungsprodukte auf dem Markt.

Lebensmittel, die gentechnisch veränderten Mais oder Soja enthalten, müssen auf der Zutatenliste oder auf dem Etikett deutlich darauf hinweisen. Beispiel für die Angabe: „Dieses Produkt enthält genetisch veränderte Organismen“, „genetisch verändert“ „Joghurt mit gentechnisch veränderten Bakterien“ oder „aus genetisch veränderten Sojabohnen hergestellt“. Das gilt sowohl für die verpackte als auch für lose Ware. Die Kennzeichnungspflicht gilt auch für Speisen in Restaurants oder Kantinen. Ausgenommen von der Kennzeichnungspflicht sind allerdings Lebens- und Futtermittel, bei denen der Anteil gentechnisch veränderter Bestandteile nicht höher als 0,9 Prozent liegt und deren Hersteller nachweisen kann, dass dieser Anteil zufällig oder technisch nicht zu vermeiden ist.

In Deutschland ist auch die freiwillige Kennzeichnung „Ohne Gentechnik“ erlaubt.  Sie garantiert leider nicht unbedingt, dass diese Lebensmittel völlig gentechnikfrei hergestellt sind.  Bei Untersuchungen in Bayern wiesen 15 Prozent der „Ohne-Gentechnik“- Produkte geringe Gentechnik-Spuren auf, in Baden-Württemberg waren sogar 23 Prozent der untersuchten sojahaltigen Bioprodukte nicht frei von Gentechnik. Solche Beimischungen können durch Kontamination bei Ernte, Transport und Verarbeitung gentechnisch veränderter Bestandteile in die Produkte gelangen und landen so auch in Keksen, Fertiggerichten, Wurstwaren oder Schokolade.

Zuletzt überprüft am 3. Juli 2016