Eibisch

Althaea officinalis

Eibischextrakt ist besonders gut zur Behandlung von trockenem Husten geeignet, gleichzeitig stärkt er aber auch die Immunabwehr. Von Juni bis September hat der Eibisch die Schönheit einer Zierpflanze. Seine großen rötlichweißen Blüten machen dann auf den ersten Blick klar, dass es sich beim ihm um ein Malvengewächs handelt. Nicht seine Schönheit ist es aber gewesen, die Eibisch schon in der Antike zu einer wichtigen Heilpflanze machte, sondern seine medizinischen Eigenschaften. Auf Griechisch bedeutet „althein“ nämlich „heilen“. Die Heilkraft des Eibischs ist demnach seit der Antike bekannt. Weniger bekannt ist dagegen, dass aus Eibischwurzeln auch die ersten Marshmallows hergestellt wurden.

getrocknete Eibischwurzel

getrocknete Eibischwurzel

Im Eibisch sind vor allem Schleimstoffe enthalten, außerdem Polysaccharide, wie z.B. Stärke oder Pektin und Zucker. Am stärksten sind die Schleimstoffe im Wurzelstock vertreten, hier können sie bis zu 20 Prozent ausmachen. Für medizinische Zwecke wird deshalb vor allem die Wurzel genommen, die erst nach zwei Jahren Wachstum wirklich erntereif ist. Am schonendsten werden aus dem Pflanzenmaterial die Schleimstoffe mit Hilfe eines Kaltauszugs gewonnen. Mit heißem Wasser, beispielweise bei der Zubereitung eines Eibischtees, wird vor allem die darin enthaltene Stärke gelöst.

Wirkung und Anwendung:
Eibischzubereitungen wirken auf die Schleimhäute im Körper reizlindernd, entzündungshemmend und regenerierend. Wesentlich sind diese Effekte auf die darin enthaltenen Schleimstoffe zurückzuführen. Auf der Schleimhaut angelangt, bilden Schleimstoffe eine Schutzschicht, die als Barriere gegen schädliche Einflüsse wie beispielsweise Säuren funktioniert. Das passiert im Mund- und Rachenraum am besten, kann aber auch im Verdauungstrakt zum Tragen kommen. Hier entfalten auch saure Polysaccharide ihre Wirkung, indem sie die unspezifische Abwehr positiv modulieren.
Besonders gut eignet sich ein Eibischextrakt zur Behandlung des trockenen Hustens, gleichzeitig stärkt er aber auch die Immunabwehr.  Der Hustenreiz wird durch die Schutzschicht zunächst mechanisch gedämpft, gleichzeitig aber auch über eine Verringerung der Reizbarkeit der strapazierten Schleimhautzellen gelindert. Zusätzlich helfen die im Eibisch enthaltenen Schleimstoffe dem Mund- und Rachengewebe auch sich schneller zu regenerieren.

Zu beachten:
Die Haupteigenschaft von Schleimstoffen besteht darin, Wasser aufzunehmen. Was bei der Anwendung ein Vorteil ist, kann sich bei der Lagerung aber negativ bemerkbar machen. Wird die Eibischwurzel nicht schnell und gründlich genug getrocknet, kann sie von Pilzen befallen werden. Auch später muss Eibisch stets so gelagert werden, dass sich keine Schimmelkulturen ansiedeln. Nicht zuletzt deshalb ist es besser, flüssige Eibisch-Zubereitungen wie Sirup vorrätig zu halten.

Produkte sind beispielsweise: Phytohustil® (Steigerwald), Imupret ® N (Bionorica)

Zuletzt überprüft am 11. Juli 2016