Kamille

Matricaria chamomilla

Kamille kann vielfältig  als Heilmittel eingesetzt werden, bei Erkältung ebenso wie bei als Heilsalbe. Gerade weil die meisten Menschen glauben die Kamille gut zu kennen, ist bei dieser Heilpflanze die Gefahr, dass sie mit der falschen Kamille (auch Hundskamille genannt) oder der Römischen Kamille verwechselt wird, besonders groß. Alle drei Pflanzen gehören der gleichen Pflanzenfamilie der Korbblütler an. Als das einfachste Unterscheidungsmerkmal dient hier der Geruch: Echte Kamille verbreitet den typischen, vom ätherischen Öl stammenden Kamillenduft. Die Hundskamille riecht dagegen streng und unangenehm.

Der Unterschied zwischen der Echten Kamille (Matricaria chamomilla) und der Römischen Kamille (Chamaemelum nobile) ist wesentlich kleiner und weniger bedeutend als der zwischen diesen beiden Arten und der Hundskamille (Anthemis). Er besteht vor allem in ihrem Lebenszyklus: Die Römische Kamille ist eine mehrjährige Pflanze, während die Echte Kamille ein einjähriges Kraut ist. Beide duften und wirken aber ähnlich, was auf die weitgehend gleichen Inhaltsstoffe zurück zu führen ist.

Kamille

Kamille

Für medizinische Zwecke sind vor allem die Blüten von Bedeutung, weil nur in ihnen die wohltuenden ätherischen Öle in ausreichender Menge enthalten sind.

Wirkung und Anwendung:
Der Vielfalt der Inhaltsstoffe der Echten Kamille (ätherische Öle, Chamazulen, Flavonoide, Schleimstoffe wie z.B. Polysaccharide) entspricht auch die Vielfalt ihrer Wirkungen. Sie wirkt im Magen-Darm-Trakt entzündungshemmend, krampflösend und unterstützt die Regeneration der Schleimhaut und des Immunsystems. Deshalb ist sie auch bei Erkältungen, besonders wenn die Schleimhäute im Kopfbereich stark angegriffen sind, zur Linderung (z.B. zum Inhalieren) gut geeignet. In pflanzlichen Magen-Darm-Präparaten ist Echte Kamille meist als Kombinationspartner enthalten.
Äußerlich aufgetragen verbessern die Inhaltsstoffe der Kamille den Hautstoffwechsel. Kamillenauszüge sind deshalb auch Bestandteil vieler Heilsalben.

Zu beachten:
Beim Kamillentee aus im eigenen Garten gezogenen Pflanzen sollte man Folgendes beachten: Um die maximale Konzentration an heilsamen Wirkstoffen zu erzielen, müssen die Blüten spätestens fünf Tage nach dem Aufblühen geerntet, dann schonend getrocknet und anschließend trocken und luftdicht aufbewahrt werden. Der medizinische Tee aus der Apotheke erfüllt diese Bedingungen.

Produkte sind beispielsweise zur inneren Anwendung: Iberogast® (Steigerwald), Imupret® N (Bionorica), Myrrhinil-Intest® (Repha), Kamillin (Robugen) oder als Salbe Kamillen-Creme-Heel S (Heel).

Zuletzt überprüft am 11. Juli 2016