Katzenbart

Orthosiphon stamineus

Wie die Barthaare einer Katze schwingen sich die langen Staubfäden aus den Blüten dieser Heilpflanze. „Katzenbart“ ist freilich nur einer von vielen Trivialnamen dieser zu den Lippenblütlern zählenden Pflanzengattung, die mit rund 45 Arten in den tropischen Regionen Australiens, Asiens und Afrikas verbreitet ist. Ein weiterer lautet „Indische Nierenteepflanze“ und verweist auf die gesundheitsfördernde Wirkung der krautigen Gewächse. Ihre Blätter wirken bakteriellen Erkrankungen der Harnwege und Nierengrieß entgegen. Sie eignen sich auch zur Kombination mit anderen harntreibenden und desinfizierenden Heilpflanzen wie Birkenblättern, Goldrutenkraut oder Bärentraubenblättern.

Wirkung und Anwendung:
Katzenbart-Blätter enthalten neben ätherischen Ölen vor allem fettlösliche Flavoniode, Saponine sowie Rosmarinsäure und weitere Abkömmlinge der Kaffeesäure. Als Tee zubereitet, werden die getrockneten Blätter in der Volksmedizin gegen Gicht und Rheuma sowie bei Gallensteinen und Bluthochdruck verwendet. In Indien kommen sie traditionell zur Linderung von Blasen- und Nierenerkrankungen zum Einsatz. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen die heilenden Eigenschaften von Orthosiphon-Präparaten bei Infektionen der ableitenden Harnwege und rücken ihre Bedeutung als Phytopharmaka auch in Europa verstärkt ins Bewusstsein: In Tierversuchen hinderten wässrige Auszüge aus Orthosiphonblättern eine als UPEC bekannte Gruppe von Krankheitskeimen, sich an der Blasenwand anzuheften(UPEC steht für uropathogene Escherichia coli-Bakterien); vermutlich unterbindet der Pflanzenextrakt die spezifische Wechselwirkung zwischen den Erregern und den Gewebezellen. Darüber hinaus konnte das Aufsteigen der Infektion in das Nierengewebe durch Heißwasserauszüge aus Katzenbart deutlich vermindert und damit das Ausmaß der Infektion abgeschwächt werden.

Zu beachten:
Wer sich einer Durchspülungstherapie unterzieht, muss reichlich – mindestens zwei Liter – Flüssigkeit trinken. Schwangere und stillende Frauen sowie Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten auf eine Durchspülung mit Orthosiphon-Extrakten verzichten; dies gilt auch für Patienten, die infolge eingeschränkter Herz- und Nierentätigkeit an Wasseransammlungen im Gewebe leiden.

Zuletzt überprüft am 8. Oktober 2016