Medizinischer Paprika

Capsicum

Medizinische Paprika-Zubereitungen wirken aufgrund ihres Capsaicin-Gehalts schmerzblockierend, aber auch juckreizlindernd. Der scharfe medizinische Paprika, den man als Chili kennt, entstammt der gleichen Pflanzenfamilie wie der milde Gemüsepaprika, der als der beste Vitamin C-Lieferant die Speisepläne bereichert. Wie Ausgrabungen zeigen, haben die Ureinwohner Südamerikas bereits vor 7000 Jahren Früchte der Paprikasträucher gesammelt und gegessen. Sie nutzten die scharfen Chilis aber auch zur Behandlung ganz unterschiedlicher Leiden – vom Schlangenbiss über Wundlinderung bis zur Erleichterung von Leibschmerzen und Koliken. Die moderne Forschung hat sich vor allem auf Untersuchungen der schmerzlindernden Effekte konzentriert.

Chilipulver grob und Chilis

Chilipulver grob und Chilis

Die Pflanzenfamilie der Paprikas ist sehr umfangreich, es werden noch immer weitere bisher unbekannte Arten entdeckt bzw. neue Paprika-Formen gezüchtet. Sowohl in der Küche, als auch für medizinische Zwecke werden ausschließlich die Früchte der Pflanze einschließlich der in ihnen enthaltenen Samenkörner genutzt. Schoten der einzelnen Paprika-Arten sind in Form und Farbe sehr vielfältig, sie unterscheiden sich auch in den Inhaltsstoffen stark. Ihre Schärfe kommt von Capsaicin, einem Alkaloid, der an der Haut und den Schleimhäuten heftige Reaktionen verursacht, die als ein brennendes Wärmegefühl bzw. als scharfer Geschmack empfunden werden.

Wirkung und Anwendung:
Medizinische Paprika-Zubereitungen wirken aufgrund ihres Capsaicin-Gehalts schmerzblockierend, aber auch juckreizlindernd. Während die orale Einnahme von Capsaicin haltigen Mitteln – ähnlich wie beim Genuss der rohen Chilis – zunächst ein brennendes Schmerz- und Wärmegefühl auslösen kann, bewirkt sie anschließend eine Schmerzlinderung. Capsaicin-Zubereitungen eignen sich auch zur äußeren Anwendung gut, beispielsweise in Form von mit Capsaicin präparierten Pflastern. Der Wirkstoff durchdringt rasch die oberste Hautschicht und führt zu einer schnellen Reaktion. Capsaicin haltige Pflaster werden deshalb vor allem zur äußerlichen Behandlung von Muskelverspannungen und akuten Rückenschmerzen eingesetzt. Die Linderung von rheumatischen Beschwerden durch Zubereitungen aus Medizinischen Paprika ist dagegen problematisch, weil bei einer längeren äußerliche Anwendung die Gefahr einer Hautschädigung besteht.

Zu beachten:
Beim Umgang mit Chilischoten in der Küche ist Umsicht geboten. Vor allem sollte man sich weder an den Mund, noch in die Augen langen, bevor man sich die Hände gewaschen hat. Menschen mit geschädigter Haut oder Schleimhaut sollten auch die äußerliche Anwendung von Capsaicin-Präparaten vermeiden.

Produkte aus medizinischem Paprika sind beispielsweise: Tonsipret® (Bionorica).

Zuletzt überprüft am 11. Juli 2016