Meerrettich

Armoracia rusticana

Als Arzneipflanze entfaltet Meerrettich eine starke antimikrobielle Wirkung, die auf die darin enthaltenen Senföle zurückgeht. Heute verwendet man Meerrettichzubereitungen in vielen Ländern vor allem zur Bereicherung des kulinarischen Angebots. Die Pflanze ist deshalb für die meisten Menschen eine reine Nahrungspflanze. Das ist aber eine zu enge Sicht, denn Meerrettich ist mehr als nur eine leckere Würstchenzugabe. Bereits seit der Antike wurde die rohe Wurzel nicht nur gegessen, sondern auch zur Behandlung einer Reihe von Leiden verwendet. Die modernen medizinischen Anwendungsformen sehen allerdings anders aus, als die früher gebräuchlichen Umschläge mit geriebenem Meerrettich zur Linderung von Schmerzen.

weiße Meerrettichsauce

weiße Meerrettichsauce

Ursprünglich kommt der Meerrettich nicht aus Mittel-, sondern aus Südosteuropa. Dort wächst die Pflanze auch heute noch wild. Der im Lebensmittelhandel angebotene oder zur Arzneimittelherstellung bestimmte Meerrettich stammt aber ausschließlich aus Anbau.
Die Wurzel der Pflanze reicht bis zu 40 Zentimetern in die Erde, oberirdisch bildet sie langgestielte Blätter, die direkt aus der Wurzel herausragen. Sowohl in der Küche, als auch medizinisch, wird nur die Wurzel verwendet, sie wird vom Herbst bis zum Frühjahr, bevor die ersten Blätter austreiben, geerntet.  Meerrettich ist winterhart und verträgt Außentemperaturen bis zu minus 50 Grad Celsius. Einmal ausgegraben muss aber die Wurzel vor Austrocknen geschützt werden.

Wirkung und Anwendung:
Als Arzneipflanze entfaltet Meerrettich eine starke antimikrobielle Wirkung, die auf die darin enthaltenen Senföle zurückgeht. Wie Untersuchungen gezeigt haben, können Senföle (Isothiocyanate) sogar solche Bakterien noch am Wachsen und am sich vermehren hindern, die bereits gegen Antibiotika resistent geworden sind. Das macht pflanzliche Arzneimittel, die Meerrettichzubereitungen enthalten, zu wirkungsvollen Medikamenten gegen bakterielle Harnwegs- und Atemwegsinfektionen. Mit frischem Meerrettich lassen sich solche Effekte dagegen kaum erreichen, den sollte man besser in der Küche zur Steigerung des Geschmacks und der Bekömmlichkeit von Speisen nutzen. Auch vor der in früheren Jahrhunderten üblichen äußerlichen Anwendung  von Meerrettich bei Myalgien, Gicht oder Rheuma wird abgeraten. Die Medizin hat inzwischen bessere Möglichkeiten diese Beschwerden zu lindern, zumal Meerrettich-Umschläge, die man auf die betroffenen Körperstellen auflegt, starke Hautreizungen und allergische Reaktionen hervorrufen können.

Zu beachten:
Auch in der Küche sollte man mit Meerrettich behutsam umgehen. Kinder unter vier Jahren sowie Patienten, die unter Magen- oder Darmgeschwüre leiden, sollten vom Konsum der scharfen Wurzel ganz Abstand nehmen.

Produkte, die Meerrettich enthalten, sind beispielsweise Angocin® Anti-Infekt N (Repha).

Zuletzt überprüft am 11. Juli 2016