Sonnenhut

Echinacea purpurea und pallida

Grippe, Erkältung und Infektionen, dagegen werden Präperate aus der Heilpflanze Sonnenhut eingesetzt. Der Sonnenhut stammt ursprünglich aus Nordamerika, nach Europa kam er erst im 19. Jahrhundert, zunächst als Zierpflanze. Dabei haben schon die Ureinwohner Nordamerikas seine heilenden Potentiale gekannt: Ob zur Behandlung von Wunden oder gegen Schlangenbisse, der Saft der Pflanze war für sie eine wichtige Arznei. In Europa hat sich die Wissenschaft erst viel später mit der Heilpflanze befasst und ganz andere Anwendungsmöglichkeiten eröffnet.

Schmalblättrige Sonnenhutwurzel

Es gibt nicht nur einen Sonnenhut, Sonnenhüte bilden vielmehr eine ganze Pflanzengattung. Zu medizinischen Zwecken werden heute aber ausschließlich Zubereitungen aus dem Kraut des purpurfarbenen Sonnenhuts (Echinacea purpurea) und der Wurzel der blässeren Variante (Echinacea pallida) verwendet. Die Pflanzen werden in der Regel nicht wild gesammelt, sondern angebaut. Das Kraut der purpurea wird im Sommer geerntet, während die Wurzeln der pallida im Frühjahr und Herbst ausgegraben und verarbeitet werden. Die Inhaltstoffe beider Echinacea-Arten wirken auf das Immunsystem. Sie stärken die körpereigene Abwehr und entwickeln auch antivirale und antibakterielle Eigenschaften. Diese Effekte sind wissenschaftlich gut belegt.

Wirkung und Anwendung:
Zubereitungen aus Sonnenhut werden sowohl zur Vorbeugung von Infektionen eingesetzt, als auch zur unterstützenden Therapie, wenn eine Infektion bereits ausgebrochen ist. Präparate aus Echinacea purpurea-Kraut sind zur Behandlung wiederkehrender Infekte der Atemwege, also gegen Erkältungen, und zur Therapie der ableitenden Harnwege bestimmt. Präparate aus Echinacea pallida-Wurzeln sind vor allem zur unterstützenden Therapie von grippalen Infekten geeignet.
In den Apotheken gibt es auch Kombinationspräparate, die Echinacea-Extrakte enthalten. Sie werden beim Verdacht auf  Infektanfälligkeit bzw. Abwehrschwäche empfohlen. Auch gegen den Ausbruch von Lippenbläschen (Herpes) kann ein Echinacea-Präparat vorbeugend helfen.
Die ursprüngliche Bestimmung als Wundmittel zur äußerlichen Anwendung ist dagegen in der Praxis bedeutungslos geworden.

Zu beachten:
Sonnenhüte gehören zu den Korbblütlern, einer Pflanzenfamilie, die ein hohes allergisierendes Potential besitzt. Personen, die auf Korbblütler allergisch reagieren, müssen daher auch Echinacea-Präparate meiden. Das sollte man auch dann beachten, wenn man den Sonnenhut in seinen Garten anpflanzen will.

Produkte aus der Echinacea purpurea sind beispielsweise: Esberitox® (Schaper & Brümmer) oder Echinacin® (Madaus), Produkt aus der Echinacea pallida ist beispielsweise Lyphozil® (Cesra).

Zuletzt überprüft am 11. Juli 2016