Heuschnupfen und Allergien

Schniefend durch die schönste Jahreszeit

Wer allergisch auf Pollenflug reagiert leidet oft an Heuschnupfen

An Heuschnupfen bzw. an einer Pollenallergie leiden mittlerweile über 20 Prozent der Bundesbürger, Frauen deutlich häufiger als Männer. Laufende Nase, Halsweh, Kopfweh und tränende Augen gelten allgemein als Zeichen einer winterlichen Erkältung. Treten diese Beschwerden aber mitten in der schönsten Jahreszeit auf, handelt es sich dabei stattdessen meist um eine allergische Reaktion. Besonders bei Kindern nimmt in den letzten Jahren aber die Zahl der Betroffenen geradezu dramatisch zu: Bis zum Teenageralter entwickelt jedes dritte Kind einen Heuschnupfen und jedes sechste (17,5 Prozent) bekommt Asthmaanfälle.

Die Nies-Saison beginnt für die Betroffenen im Frühjahr mit dem Pollenflug von Haselnuss und Erle, gefolgt von Weide, Ulme, Pappel und Esche. Vom Mai an machen vor allem Gräserpollen den Allergikern das Leben schwer. Viele Menschen wissen allerdings gar nicht, dass sie gegen Pollen allergisch sind und halten ihre Beschwerden für typische Symptome einer Frühjahrs- oder Sommergrippe. Doch wenn ein Schnupfen in dieser Jahreszeit aus heiterem Himmel auftritt, ungewöhnlich lange anhält und überdies jedes Jahr etwa zur gleichen Zeit wiederkehrt, deutet das unmissverständlich auf Heuschnupfen hin.

Allergische Reaktionen sind medizinisch betrachtet Fehlleistungen des Immunsystems. Jeder Körper verfügt über ein kompliziertes und in der Regel sehr effektives Abwehrsystem, mit dem er Krankheitserreger erfolgreich bekämpfen kann. Tritt jedoch eine allergische Reaktion auf, bedeutet es, dass die Abwehr falsch arbeitet. Meist stuft sie dann harmlose Stoffe wie beispielsweise Blütenpollen als Krankheitserreger ein und reagiert auf sie entsprechen: Die Augen fangen an zu tränen, die Nase läuft, und manchmal entwickelt sich daraus sogar ein Asthma. Dem Heuschnupfen und beim Asthma laufen nämlich die gleichen entzündlichen Prozesse ab – nur auf verschiedenen Etagen. Beim Schnupfen in der Nase, beim Asthma in den Bronchien. Vor dem „Etagenwechsel „ von einer lästigen, aber harmlosen allergischen Reaktion zum lebensbedrohlichen Asthma fürchten sich deshalb alle Allergiker.

Das Einzige, was vor einer allergischen Reaktion sicher schützt, ist die konsequente Meidung des Allergens. Bei Pollen wird das allerdings kaum gelingen, denn die gelangen oft sogar in verschlossene Innenräume z.B. über die Kleidung. Bei einigen Allergenen wie z.B. bei der Birkenpollen-Allergie hilft die sogenannte Hyposensibilisierung. Das ist eine allmähliche Gewöhnung des Organismus, die ähnlich wie bei einer Impfung durch kleinste Dosen des Allergens erreicht wird. Eine neuere Variante dieser Therapie ist die „sublinguale Immuntherapie“. Im Gegensatz zu der subkutanen Immuntherapie wird dabei das Allergen nicht unter die Haut gespritzt, sondern direkt auf die Mundschleimhaut in Form von Tropfen, Spray oder Schmelztablette aufgebracht. Eine wirkliche ursächliche Behandlung gibt es aber trotzdem nicht.

Antientzündliche Arzneimittel (Antiallergika) oder pflanzliche Erkältungspräparate können jedoch gegen die lästigen Beschwerden meist gut helfen. Eine sinnvolle Maßnahme ist auch die regelmäßige Benutzung einer Nasendusche mit einer Salzlösung. Mit ihrer Hilfe kann der Bedarf an chemischen  Antiallergika, die oft unerwünschte Nebenwirkungen haben, deutlich reduziert werden. Langfristig hilf es auch, die Entzündungsbereitschaft des Organismus zu dämpfen, die bekanntermaßen durch bestimmte Lebensmittel, Alkohol oder zu wenig Schlaf angefeuert wird.

Zuletzt überprüft am 5. Juli 2016