Harnwegsinfektionen Infektion ableitender Harnwege

Harnwegsinfekte

Pflanzliche Arzneimittel, die sogenannte Senföle enthalten, bekämpfen die Erreger von Harnwegsinfektionen ähnlich wirksam wie Antibiotika, beschädigen dabei aber nicht die Darmflora. Es gibt Beschwerden, über die man sich gerne austauscht, und solche, über die man nicht spricht. Alles, was unterhalb der Gürtellinie liegt, gehört zu der zweiten Kategorie. Bei Beschwerden, die im Zusammenhang mit dem Wasserlassen auftreten, bereitet es den Betroffenen oft sogar Probleme selbst mit ihrem Arzt darüber zu sprechen. Es lohnt sich aber, sich zu überwinden, denn je sachlicher man das lästige Übel angeht, desto schneller und leichter kann man es in den Griff bekommen.

Durch eine regelmäßige Wasserausscheidung werden daher die harnableitenden Organe – also die Nieren, die Harnwege und die Blase – normalerweise gereinigt und so von etwaigen Krankheitserregern frei gemacht. Manchmal schaffen es Keime trotzdem, sich in der Harnröhre einzunisten und zu vermehren. Besonders oft passiert es Kindern, deren Harnwege noch nicht voll ausgebildet sind, und jüngeren Frauen. Grund dafür liegt in der Nähe des Harnblasenausgangs zum Darmausgang. Bei Kindern kommt es – meist über die Windel – leicht zu einer Schmierinfektion. Bei erwachsenen Frauen sind die sexuelle Aktivität und unsachgemäße Hygienemaßnahmen die häufigsten Ursachen. Eine Infektion der Harnwege macht sich durch Jucken in der Harnröhre, einen verstärkten Harndrang, krampfartige Schmerzen im Unterleib und Brennen beim Wasserlassen bemerkbar. In der Regel werden solche Infektionen von Bakterien verursacht, die aus der körpereigenen Darmflora stammen. Die Erreger können sich allerdings bei gesunder Abwehr nur dann entlang der Harnröhre in Richtung Harnblase ausbreiten, wenn man zu selten oder zu wenig Urin ausscheidet oder Hygienefehler passieren.

Welche Therapien gibt es:
Da Harnwegsinfektionen meist durch Bakterien verursacht werden, können Antibiotika schnell und spürbar helfen. Ihre Anwendung ist aber trotzdem problematisch. Denn Antibiotika schädigen die Darmflora. Das führt dazu, dass sich im Darm die aggressiveren Stämme auf Kosten der anderen, der Verdauung dienenden Bakterien stärker behaupten. Als unerwünschte Nebenwirkung kommt es dann zu Verdauungsbeschwerden, und gerade die aggressiven Bakterien sind es, die meist eine Harnwegsinfektion verursachen. Nach einer Antibiotikatherapie erkrankt  deshalb jeder zweite Betroffene innerhalb eines Jahres erneut. Das ist umso ärgerlicher, da die meisten Harnwegsinfektionen harmlos sind und in der Hälfte aller Fälle eine Spontanheilung zu erwarten wäre.
Es ist trotzdem nicht unbedingt besser nur abzuwarten, und die Beschwerden eine Zeitlang zu ertragen. Pflanzliche Arzneimittel, die sogenannte Senföle enthalten, bekämpfen die Erreger ähnlich wirksam wie Antibiotika, beschädigen dabei aber nicht die Darmflora. Ausreichendes Trinken, mindestens  2,5 Liter Flüssigkeit pro Tag, hilft zusätzlich eine Harnwegsinfektion schneller auszuheilen. Regelmäßiges Wasserlassen bei ausreichender Urinmenge ist auch eine wirksame Prophylaxe gegen eine erneute Erkrankung der ableitenden Harnwege. Frauen sollten zur Prävention außerdem auf Diaphragmen und Spermiziden bei der Kontrazeption verzichten und ihre Intimhygiene nicht übertreiben. Wichtig ist z.B. beim Waschen die Wischrichtung von vorne nach hinten einzuhalten. Beides gilt auch für Kinder.

Was sollte man im Alltag beachten:
Wenn allerdings Fieber oder Rückenschmerzen auftreten, oder sich Blut im Urin zeigt, sollte man sofort den Arzt aufsuchen. Dann droht nämlich die Gefahr, dass die Erreger über die Harnleiter zu den Nieren hochgestiegen sind und dieses lebenswichtige Organ gefährden.

Zubereitungen aus folgenden Heilpflanzen können helfen: Kapuzinerkresse (z.B. Angocin® Anti-Infekt N) enthält Senföle, medizinische Kräutertees eignet sich zur Durchspülung. Ebenso beispielsweise Cystinol aus Extrakten Bärentraubenblättern und Goldrute.

Zuletzt überprüft am 9. Oktober 2016