Nasennebenhöhlenentzündung Sinusitis

NAsennebenhölenentzündung

Gegenwärtig erkranken 10 bis 15 Prozent der Bundesbürger jedes Jahr an einer Nasennebenhöhlenentzündung, seit Längerem nimmt zudem die Häufigkeit solcher Krankheitsfälle zu. Weil die ersten Symptome einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) – verstopfte Nase, Fieber und Husten – meist kaum von einem einfachen Schnupfen (Rhinitis) zu unterscheiden sind, wird die Ernsthaftigkeit der Erkrankung oft zunächst unterschätzt. Dabei kann eine Sinusitis unbehandelt zu langwierigen und schwerwiegenden Folgen führen.

In den Gesichtsknochen gibt es, anders als beispielsweise in den Knochen der Arme und Beine, kleine, mit Luft gefüllte und mit Schleimhaut ausgekleidete Räume, die Nasennebenhöhlen. Mit der Nasenhöhle sind sie direkt verbunden. Das soll deren Belüftung sichern, ermöglicht aber auch Erregern, die sich beispielsweise während eine harmlosen Erkältung in der Nase befinden, sich auch in den Kiefer- oder Stirnhöhlen auszubreiten. Aus einem harmlosen Schnupfen wird so eine schwerwiegende Sinusitis (sinus = Hohlraum). Begünstigt wird dieser Prozess durch Allergien, Nasenpolypen und andere Wucherungen im Hals-Nasen-Bereich. Auch wenn die Körperabwehr gerade geschwächt ist, kann sich aus einem Schnupfen leicht eine gefährliche Entzündung der Nasennebenhöhlen entwickeln. Wird sie nicht rechtzeitig behandelt, kann es für den Betroffenen ernste Folgen haben.
Die anfänglichen Beschwerden ähneln denen eines Schnupfens. Typisch für eine Sinusitis sind aber starke Kopfschmerzen, vor allem im vorderen Teil des Kopfes, begleitet von Druckgefühl oder bohrendem Schmerz im vorderen Kopfbereich. Sie werden schlimmer, wenn man sich bückt, wenn man hustet oder wenn es zu einer Druckveränderung kommt, wie es beispielsweise im Flugzeug der Fall ist. Manchmal sind auch Nase und Wangen sichtbar geschwollen. Selbst unter ärztlicher Behandlung dauert die Erkrankung zwischen drei und acht Wochen.
Ein besonderes Problem ergibt sich bei Sinusitis daraus, dass bei vielen Betroffenen die Erkrankung wiederholt zurückkehrt. Bei etwa jedem dritten Patienten entwickelt sich mit der Zeit so eine chronische Sinusitis. Die Beschwerden sind dann zwar meist geringer und mit weniger Schmerzen verbunden, führen aber mit der Zeit zu dauerhaften Riech- und Geschmacksstörungen.

Welche Therapien gibt es:
Da die Beschwerden vor allem durch die Schwellung und Entzündung der Schleimhäute entstehen, konzentriert sich die Therapie der akuten Sinusitis in erster Linie darauf, die Entzündung zu reduzieren und den natürlichen Schleimabfluss aus den Nebenhöhlen wiederherzustellen. Bei den allgemeinen Maßnahmen gilt daher das Gleiche, was auch beim harmlosen Schnupfen empfohlen wird: erhöhte Flüssigkeitszufuhr, Sicherstellung einer ausreichenden Luftfeuchtigkeit der Atemluft, Nasenspülungen mit Kochsalzlösung. Da die Durchblutung der Schleimhäute im Kopfbereich durch die Füße reflektorisch beeinflusst wird, sollte man außerdem auf warme Füße achten und heiße Fußbäder vor dem zu Bett gehen machen.
Die Anwendung abschwellender Nasensprays ist umstritten. Sie sind nur für einen kurzzeitigen Gebrauch bestimmt, weil sie zwar dem Betroffenen eine sofortige Erleichterung verschaffen, langfristig aber zur Austrocknung der Nasenschleimhäute führen.
Antibiotika sind nur selten angezeigt, da in den meisten Fällen keine bakterielle Infektion vorliegt. Zur medikamentösen Therapie eigenen sich vielmehr pflanzliche Arzneimittel, die gleichzeitig abschwellend und antientzündlich wirken wie die Kombination aus Primel, Enzian, Ampferkraut, Holunder und Eisenkraut oder das aus den Blättern des Eukalyptusbaumes gewonnene Cineol. Die klinische Wirksamkeit dieser pflanzlichen Medikamente ist wissenschaftlich gut belegt.
In schweren Fällen kann ein operativer Eingriff notwendig werden.

Was sollte man im Alltag beachten:
Sinusitis ist im Unterschied zu einem harmlosen Schnupfen nicht zu Selbstbehandlung geeignet. Sollten sich also während einer Erkältung Anzeichen einer Sinusitis zeigen, sollte man möglichst schnell einen Arzt konsultieren.

Zubereitungen aus folgenden Heilpflanzen können helfen: Primel (z.B. Sinupret®) Eukalyptus (z.B. Soledum®).

Zuletzt überprüft am 2. Juli 2016