Nickel löst Kontaktallergien aus

Das bedroht vor allem Frauen

Nickel löst häufig Kontaktallergien aus

Trotz aller Bemühungen, die Nickelbelastung zu reduzieren, ist das Metall nach wie vor das mit Abstand häufigste Kontaktallergen in Deutschland: Nach einer Erhebung in 50 Hautkliniken bei 34.091 Patienten sind zurzeit 16,5 Prozent der Bevölkerung gegen Nickel sensibilisiert. Doch das Risiko ist ungleich verteilt: Während unter den Männern nur 4 bis 5 Prozent an einer Nickelallergie leiden, reagiert jede fünfte Frau auf das allgegenwärtige Material allergisch. An der starken Zunahme der Nickelallergien trug in den vergangenen 50 Jahren ausgerechnet das populärste Bekleidungsstück des Alltags eine Mitschuld: Die metallenen Knöpfe der Jeanshosen. Auf nackter Haut ist das Metall sehr gut schweißlöslich, so dass sich nickelbedingte Kontaktekzeme besonders stark in der warmen Jahreszeit bemerkbar machen. Weitere Ursache für die Nickelallergie bei Frauen ist der Modeschmuck – von Ohrsteckern und Kettchen bis hin zum Piercingschmuck für Nabel oder Gesicht. Nach dem Inkrafttreten der EU-Nickeldirektive 1994 ist die Sensibilisierungsquote gegen Nickel bei Frauen bis zu 30 Jahren zwar innerhalb von sieben Jahren von 36,1 Prozent auf 25,8 Prozent zurückgegangen, seither ist jedoch keine wesentliche Veränderung mehr eingetreten. Eine aktuelle Untersuchung von 602 verwendeten Schmuckteilen ergab, dass 28 Prozent der Piercing-Schmuckstücke und bis zu 17 Prozent der anderen Gegenstände mit längerem Hautkontakt (z. B. Schnallen) die jeweils von der aktuellen EU-Nickelverordnung vorgegebenen Grenzwerte überschritten. Das Risiko, im Alltag mit Nickel in Berührung zu kommen, ist weit gestreut. Mögliche Kontaktquellen für Nickel sind auch Armbanduhren, Brillengestelle und Reißverschlüsse. Nickel enthalten außerdem Bestecke, Druckknöpfe, Küchengeräte, Schuhe, Feuerzeuge, Haarnadeln, Türklinken, Puderdosen und Schlüssel. Auch in Zahnspangen, Batterien von Hörgeräten, Rasierklingen und Apparate zur Nassrasur kann Nickel sein. Was aber noch schlimmer ist: Nickel findet sich sogar in Lebensmitteln, so beispielsweise in Austern, Birnen, Bohnen, Erbsen, Karotten, Kopfsalat, Mais, Nüssen, Pilzen, Rhabarber, Schokolade, Spargel, Tomaten, Zwiebeln sowie in Bier, Wein, Kakao und Tee.

Zuletzt überprüft am 3. Juli 2016