Schlaflieder lindern Angst und Schmerzen

Untersuchung am Ormond Street Hospital for Children in London

Schlaflieder lindern Angst und Schmerzen

Mit Schlafliedern bringen Eltern seit Jahrhunderten ihre Kinder ins Bett und lassen für sie so den Tag buchstäblich ausklingen.  Wie eine Untersuchung am Ormond Street Hospital for Children in London zeigt, kann ein Schlaflied Kindern aber zu mehr verhelfen als nur zum schnelleren Einschlafen. Besonders kranke Kinder profitieren davon: Schlaflieder helfen ihnen auch Angst zu überwinden und Schmerzen zu lindern.

An der wohltuenden Wirkung von Musik gibt es keinen Zweifel. Wie Forschung schon früher experimentell zeigen konnte, beeinflusst Musik die Tätigkeit des Gehirns je nach Richtung unterschiedlich. Die positive Wirkung bestimmter Musikstücke wie z.B. der Kompositionen von Mozart auf die gesundheitliche Verfassung des Zuhörers ist inzwischen in zahlreichen klinischen Studien dokumentiert. Die Londoner Forscher wollten wissen, ob es auch bei Kindern funktioniert.

An ihrer Untersuchung nahmen 37 Kinder im Alter von 7 Tagen bis 4 Jahren teil, die in der Klinik wegen eines Herz- oder Atemproblems lagen. Um die Wirkung vergleichen zu können, hat jedes der Kinder drei unterschiedliche Einschlafsituationen absolviert: Entweder wurde ihm zehn Minuten lang eine Geschichte vorgelesen oder genauso lang Schlaflieder vorgesungen, oder es sollte ohne ein Einschlafritual nur durch Ruhe zum Schlaf kommen. Vorher und nachher wurden jeweils die Herzfrequenz, die Sauerstoffsättigung des Blutes und das Schmerzempfinden der kleinen Patienten gemessen. Die Auswertung der Daten ergab, dass vor allem der Herzschlag  und das Schmerzempfinden durch die Schlaflieder am stärksten positiv beeinflusst wurden, was auch auf Abnahme von Angst schließen lässt. Dass dieser Effekt auf die Musik und nicht vor allem auf die Anwesenheit der Eltern zurückging beweist die Tatsache, dass sich nach dem Vorlesen, bei dem die Eltern genauso beteiligt waren, solche Wirkungen nicht zeigten.

Zuletzt überprüft am 5. Juli 2016