Sport wirkt gegen Depressionen

Daten von 142000 Teilnehmern an Studien ausgewertet

Sport hilft gegen Depressionen ähnlich gut, wie viele antidepressive Medikamente. Zu diesem Ergebnis kam ein Hamburger Arbeitsteam unter der Leitung von Dr. Henning Budde. Die Erkenntnis der Hamburger Forscher basiert auf einer gewaltigen Datenmenge: Ausgewertet wurden fast 1.600 weltweit durchgeführten Studien mit insgesamt 142.000 Teilnehmern, die über seelische Probleme klagten. In allen diesen Studien ist geprüft worden, ob und wie stark sich bei ihnen sportliche Betätigung positiv auf die seelische Verfassung ausgewirkt hat. Die Auswertung ist die bisher größte Studie ihrer Art.

Rund 61.000 der Studienteilnehmer haben unter Angstproblemen gelitten. Bei ihnen zeigte der Sport zwar eine positive, aber nur geringere Wirkung auf die Störung. Anders als bei den 81.000 depressiven Personen, bei denen Sport einen „mittleren Nutzen“ bewirkte, also einen Effekt erzeugte, der mit manchen Antidepressiva vergleichbar ist. Im Unterschied aber zu den Psychopharmaka, die oft eine Reihe unerwünschter Nebenwirkungen erzeugen, leistet sportliche Betätigung im Hinblick auf die Gesundheit einen vielfältigen positiven Beitrag: Es stärkt das Herz, beugt Krebs und Diabetes vor und verbessert die Gehirnleistung.

Die Erklärung dafür gibt es bereits: Sport hat Einfluss auf den Stoffwechsel des Gehirns. Die meisten Menschen haben die Erfahrung gemacht, dass sportliche Betätigung auch bei Gesunden die Laune hebt. Eine große Anstrengung kann sogar eine regelrechte Euphorie auslösen. Wenn die körperliche Anstrengung eine bestimmte Grenze übersteigt, produziert das Gehirn nämlich körpereigene Opiate, sogenannte Endorphine, die dann nicht nur euphorisch, sondern auch schmerzunempfindlich wirken. Die Leistungsgrenze allerdings, ab der das passiert, ist individuell unterschiedlich.

Zuletzt überprüft am 5. Juli 2016