TIPPS FÜR EINEN ENTSPANNTEN FAMILIENURLAUB

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Mütter und Väter brauchen Urlaub, um sich zu erholen. Die Kinder dagegen wollen im Urlaub Mutter und Vater mehr als im Alltag für sich haben. Was können Eltern tun, damit die gemeinsamen Ferien der ganzen Familie Freude bereiten und auch nicht durch gesundheitliche Probleme belastet werden? Die in München beheimatete Stiftung Kindergesundheit hat dazu praktische Empfehlungen zusammengestellt.

Auto: Wer eine längere Urlaubsfahrt mit dem Auto antritt, startet am besten in den frühen Morgenstunden. Dann ist es noch kühl, außerdem schlafen die Kinder im Auto meistens weiter. Dabei gilt es, problematische Reisetage zu meiden: Reisen Sie also nicht gleich zu Ferienbeginn, am Ferienende und auch möglichst nicht an Wochenenden.

Wenn Kinder zur Reisekrankheit neigen, sollten sie hoch genug sitzen, um aus dem Fenster schauen zu können. Größere Kinder (ab 12) und Erwachsene, denen es leicht übel wird, sind auf dem Beifahrersitz am besten aufgehoben. Lesen und Malen während der Fahrt können die Übelkeit verstärken. Besonders anfälligen Kindern kann der Kinder- und Jugendarzt – auf Kosten der Eltern – Medikamente gegen die See-, Luft-, oder Autokrankheit verschreiben. Spezielle Kaugummis gegen die Reiseübelkeit gibt es in der Apotheke.

Weil Kinder einen natürlichen Bewegungsdrang haben, sollte ihnen keine Fahrt von mehr als eineinhalb bis zwei Stunden am Stück zugemutet werden. Je kleiner die Kinder sind, umso öfter ist eine Pause nötig; sie sollte mindestens 15 Minuten betragen, damit das Kind ausgiebig herumtollen und sich vom Stillsitzen erholen kann.

 

Bahnfahrten: Die meisten Kinder sind nicht gern unterwegs. Am angenehmsten empfinden sie noch Fahrten mit der Bahn. Immerhin bietet die Bahn so genannte Kleinkinderabteile. Diese bevorzugten Plätzte sollten unbedingt vor Reiseantritt reserviert werden.

 

Fernreisen: Viele Babys und Kleinkinder machen heute schon in den ersten Lebensjahren weiter Reisen. Bevor Sie Ihren Familienurlaub planen, sollten Sie einige Ratschläge der der Stiftung Kindergesundheit bedenken:

  • Babys und kleine Kinder interessieren sich weder für exotische Landschaften noch für fremde Kulturen. Statt in fremden Ländern fühlen sie sich am wohlsten in einer vertrauten Umgebung.
  • Lange Flüge, eine ungewohnte Umgebung, rasche Klima- und Zeitwechsel – all das bringt den gewohnten Rhythmus des Kindes durcheinander und setzt damit auch seine Abwehrkräfte herab. Dass die Kleinen diese Belastungen deutlich schlechter wegstecken als Erwachsene, zeigen folgende Zahlen: Zwar sind von allen Reisenden nur zwei Prozent Kinder. Demgegenüber sind von allen reisebedingten Krankenhausaufenthalten zu einem Viertel Kinder betroffen. Außerdem sind etwa zwei Prozent aller Aufenthalte in einer Kinderklinik Folgen einer Reise.

Die Veränderungen des Luftdrucks in der Kabine bei Start und Landung können im Ohr unangenehm, bei Schnupfen sogar sehr schmerzhaft werden. Babys und kleine Kinder sollten in dieser Phase etwas zu trinken bekommen. Älteren Kindern hilft oft trockenes Schlucken oder ein Lutscher oder Kaugummi. Da es im Flugzeug oft empfindlich kühl wird, sollte man für das Kind (und auch für sich selbst) warme Kleidung mit an Bord nehmen.

 

Vorräte: Sparen Sie während der Fahrt nicht an Getränken, empfiehlt die Stiftung Kindergesundheit. Im Auto oder im Zugabteil kann es sehr warm werden, in der Flugzeugkabine ist die Luft ungewohnt trocken. Viele Kinder brauchen auch infolge der Aufregung mehr als sonst zu trinken – und müssen infolgedessen auch häufiger aufs Klo. Geben Sie Ihrem Kinde bitte nur Mineralwasser, dünnen Tee oder verdünnte Fruchtsäfte, mahnt die Stiftung Kindergesundheit: Limonade und Cola vergrößern den Durst, und so braucht das Kind also noch mehr zu trinken. In warmen Gegenden benötigen die Kinder übrigens oft auch nachts mehr Flüssigkeit. Älteren Kindern kann man Trinkwasser neben das Bett stellen, Babys müssen oft zusätzlich in der Nacht Brust oder Flasche bekommen.

 

„Eine Reise mit Kindern muss kein Problem sein, wenn man Stress vermeidet. Die Eltern dürfen aber bei ihrer Urlaubsplanung nicht vergessen, dass der Urlaub mit den Kindern immer auch ein Urlaub für die Kinder sein sollte“, unterstreicht Kinder- und Jugendarzt Professor Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit: „Nur wenn die Kinder ausreichende Möglichkeiten zum Spielen und sich Bewegen finden und zugleich die gesundheitlichen Risiken überschaubar bleiben, werden die Eltern die verdiente Entspannung finden und die Kinder ihren Spaß haben“.

Zuletzt überprüft am 22. Juli 2016