LICHTVITAMIN D FESTIGT DIE KNOCHEN

Nicht nur die Seele profitiert von der Sonne sondern auch der Körper

Vitamin D festigt die Knochen

Nicht nur die Seele profitiert vom Licht, auch der Körper kann nur mit ausreichend Sonnenstrahlung zur Vitamin D-Produktion ungestört funktionieren. Am deutlichsten macht sich das am Bewegungsapparat bemerkbar. Das hängt mit Vitamin D zusammen, das unter dem Einfluss der Sonne in der Haut gebildet wird. Es spielt für die Stabilität der Knochen eine Schlüsselrolle: Ist nicht genug davon vorhanden, kann das für die Knochenfestigkeit unentbehrliche Kalzium nicht eingebaut werden. Die Unterversorgung mit Vitamin D in der dunklen Jahreszeit schwächt deshalb auch den Bewegungsapparat.

Wie eine Untersuchung Schweizer Wissenschaftler zeigt, kommt es in den Wintermonaten Dezember bis März aufgrund der geringeren Sonneneinstrahlung bei mehr als 60 Prozent der Bewohner der Schweiz und ihrer Nachbarländer zu einem Vitamin-D-Mangel. Daran ist allerdings nicht nur der Lichtmangel schuld, die Gründe dafür sind vielfältiger. Zunächst hängt es mit dem Klima insgesamt zusammen. Menschen in diesem Teil Europas setzen die meiste Zeit des Jahres nur etwa fünf Prozent ihrer Hautoberfläche direkter Sonnenbestrahlung aus. Ausgerechnet in der Jahreszeit, in der sie sich wegen der Kälte besonders fest einpacken, ist auch die Menge der ultravioletten Strahlen, die von der Sonne ausgestrahlt wird, besonders niedrig. Von November bis Mai kann sich daher bei den meisten Menschen nicht ausreichend hauteigenes Vitamin D bilden.

Man kann zwar Vitamin D auch über die Ernährung aufnehmen, allerdings ist es kaum möglich durch Essen als alleinige Quelle ausreichend Vitamin D zu bekommen. Nennenswerte Mengen befinden sich in fettem Seefisch, vor allem im Lachs, in Eiern oder in Milchprodukten wie Schmelzkäse. Da die empfohlene Tagesdosis für einen Erwachsenen 600 bis 800 Internationale Einheiten (IE) beträgt, müsste aber ein Normalgewichtiger täglich zwei Portionen Fisch oder 15 bis 20 Eier bzw. 15 bis 20 Litern Vollmilch konsumieren. Das ist nicht realistisch. Je höher das Körpergewicht ist, desto mehr steigt außerdem der tägliche Vitamin D-Bedarf. Zusätzlich erschwerend kommt die Tatsache dazu, dass sich viele Menschen aus Sorge um ihre Haut vor der Sonne fürchten und sie deshalb meiden bzw. sich ihr nur mit starkem Sonnenschutz aussetzen. Alle Schutzcremes und Lotionen filtern aber genau jene UV-Strahlen heraus, die für die Bildung von Vitamin D notwendig sind.

Angesichts dieser Situation haben sich die ernährungswissenschaftlichen Gesellschaften der deutschsprachigen Länder auf folgende Werten zur Vitamin-D-Aufnahme geeinigt: bei Säuglingen 400 IE Vitamin D täglich, bei Kindern und Erwachsenen 600 IE täglich und bei Senioren ab 60 Jahre 800 IE täglich. Werden diese Werte an Vitamin D weder durch Ernährung noch durch die körpereigene Produktion mit Hilfe des Sonnenlichts erreicht, sollte das Defizit durch die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten aus der Apotheke ausgeglichen werden.

Zuletzt überprüft am 6. Juli 2016