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Crataegus-Spezialextrakt verbessert die körperliche Belastbarkeit von Patienten mit Herzinsuffizienz der Klasse NYHA II

Die Verbesserung der körperlichen Belastbarkeit von herzinsuffizienten Patienten gilt als eines der zentralen Kriterien zur Bewertung der therapeutischen Effizienz von Kardiaka. In einer placebokontrollierten Studie prüfte deshalb G. Zapfe, Erlangen, die Wirksamkeit eines Weißdornextrakts auf diesen Parameter sowie auf das Druck-Frequenz-Produkt – einem Maßstab für die Ökonomisierung der Herzarbeit.

Patienten und Methodik

Insgesamt 40 Patienten im Alter zwischen 40 und 80 Jahren nahmen an der Untersuchung teil. Alle litten an Symptomen der Herzinsuffizienz des Stadiums NYHA II. Sie erhielten für die Dauer von 12 Wochen entweder dreimal täglich 80 mg Crataegus-Spezialextrakt WS1442 oder ein Placebo. Die Einnahme weiterer herzwirksamer Medikamente war nicht erlaubt. Lediglich die Einnahme von ACE-Hemmern durfte fortgesetzt werden, sofern sie bereits indiziert war.
Zu Studienbeginn und nach der Therapiephase wurde die körperliche Belastbarkeit mit Hilfe des Fahrradergometer-Tests festgestellt.
Das Druck-Frequenz-Produkt (systolischer Blutdruck x Herzfrequenz) wurde sowohl in Ruhe als auch unter Belastung gemessen.
Die Differenz dieser Werte gilt als Maß für die Ökonomie der Herzarbeit und des Sauerstoffbedarfs, wobei hohe Werte für eine geringe Belastbarkeit des Herzmuskels sprechen, deren Sinken hingegen eine Besserung der Stoffwechselsituation der Herzmuskelzellen anzeigt.

Ergebnisse:

Die Einnahme des Verum zeigte sich als deutlich überlegen:

Die mittlere Belastbarkeit der Patienten nahm im Verlaufe der 12-wöchigen Therapie mit WS 1442 um 10,8 Prozent zu, entsprechend 66 Watt x Minute, während sie sich unter Placebo um 16,9 Prozent (105 Watt x Minute) verschlechterte (p = 0,06).

Die Differenz des Druck-Frequenz-Produkts sank unter der Behandlung mit dem Weißdornextrakt deutlich – um 26,8 Prozent. Von 53,7 mmHg/s zu Studienbeginn auf 39,3 mmHg/s am Studienende. Während dessen blieb dieser Wert unter Placebo nahezu unverändert – die Reduktion betrug 2,7 Prozent, von 47,8 mmHg/s vor auf 46,5 mmHg/s nach der Therapie.

Die Verträglichkeit des Phytopharmakon erwies sich als ausgesprochen gut. Es traten keine unerwünschten Ereignisse im Zusammhang mit der Prüfmedikation auf.

Fazit: Die Ergebnisse zeigen, dass der Crataegus-Spezialextrakt WS 1442 die körperliche Belastbarkeit von Patienten mit Herzinsuffizienz im Stadium NYHA II zu steigern vermag, und sich gleichzeitig auf die Ökonomisierung der Herzarbeit günstig auswirkt.

(Quelle: G. Zapfe: Clinical efficacy of Crataegus extract WS 1442 in congestive heart failure NYHA class II. Phytomedicine, vol. 8 (4) 2001: 262-266)