Reizdarm Colon irritabile

Reizdarm

Reizdarm-Beschwerden sind hierzulande weit verbreitet: Jeder fünfte Bundesbürger ist davon betroffen. Am häufigsten leiden junge Frauen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren darunter. Lange Zeit hat die Medizin diese Erkrankung für ein psychisches Problem gehalten und entsprechend wenig ernst genommen. Das körperliche Leid der Betroffenen ist aber real und massiv: Durchfälle wechseln sich dabei unmittelbar mit Verstopfung ab, beide Zustände werden von krampfartigen Bauchschmerzen begleitet und die Symptome stehen meist ohne einen erkennbaren Zusammenhang mit den Mahlzeiten. Kein Wunder also, dass viele Betroffenen auch Angst vor Krebs bekommen.

Obwohl die Symptome real sind und meist starke Beeinträchtigungen im Alltag mit sich bringen, finden selbst Fachärzte (Gastroenterologen) keine körperlichen Ursachen. Als ein eingebildetes Leiden werden sie aber nicht mehr abgetan, weil inzwischen jeder zweite Patient, der den Arzt aufsucht und über krampfartige Bauchschmerzen – abwechselnd verbunden mit Durchfall oder Verstopfung – klagt, die Diagnose Reizdarm bekommt.

Welche Therapien gibt es:
Eine Therapie, die das Problem des Reizdarm ursächlich behandeln und eine vollständige Heilung bewirken könnte, gibt es nicht. Als erste Maßnahme wird daher empfohlen, die Ernährungsgewohnheiten zu überprüfen. Dabei gilt das Gleiche, was auch für Patienten mit Darmentzündungen gilt: Die Verträglichkeit von einzelnen Speisen kann individuell sehr unterschiedlich sein und mit der Zeit auch variieren. Die Betroffenen sollten daher aufmerksam verfolgen, was ihnen nicht bekommt und es in ihrem Speiseplan berücksichtigen.
Zur Linderung der Beschwerden sind pflanzliche Extrakte aus Pfefferminze, Melisse und Kamille gut geeignet. Sinnvoll kann es auch sein, den Durchfall bzw. die Verstopfung, wenn sie das Befinden stark strapazieren, jeweils gezielt zu behandeln.

Was sollte man im Alltag beachten:
Abführmittel eignen sich nur für eine kurzzeitige Therapie. Sie sollten außerdem nur dann eingenommen werden, wenn das Wohlbefinden durch die Verstopfung stark beeinträchtigt ist. Während der Phase der Durchfälle sollte man auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten und wenn sie länger andauern, gezielt die verloren gegangenen Elektrolyten ersetzen. Empfohlen wird auch, sich ballaststoffreich zu ernähren oder ein Präparat mit Flohsamenschalen zu nehmen.

Zubereitungen aus folgenden Heilpflanzen können helfen: Kamille (z.B. Iberogast®), Myrrhe (z.B. Myrrhinil-Intest®).

Zuletzt überprüft am 2. Juli 2016