Glücklich ohne Rauchen

Schlechte Stimmung, Gereiztheit und Niedergeschlagenheit sind für Raucher in der Entwöhnungsphase charakteristisch.

Glücklich ohne Rauchen

Die meisten Raucher wissen, dass es gesund und vernünftig wäre, mit dem Rauchen aufzuhören. Viele versuchen es auch immer wieder, scheitern aber bereits nach einer kurzen Zeit der Abstinenz. Dabei ist es weniger die Abhängigkeit vom Nikotin, die sie immer wieder zum Glimmstängel treibt, sondern vielmehr die seelische Abhängigkeit. Schlechte Stimmung, Gereiztheit und Niedergeschlagenheit sind daher für Raucher in der Entwöhnungsphase charakteristisch.

Doch welche Folgen auf die seelische Befindlichkeit hat das Abgewöhnen der schädlichen Gewohnheit langfristig? Überraschend positive, lautet die wissenschaftliche Antwort. Wie ein britisches Forscherteam von der Universität Birmingham festgestellt hat, geht nicht nur die für die Entwöhnungsphase typische schlechte Laune nach einer gewissen Zeit vollständig zurück, langfristig verbessert sich sogar die allgemeine psychische Verfassung soweit, dass Exraucher meist besser „drauf“ sind als zu der Zeit, als sie noch geraucht haben.

Für ihre Untersuchung haben die britischen Forscher 26 publizierte Studien ausgewertet, die sich alle mit der seelischen Verfassung von Menschen beschäftigt haben, die das Rauchen vor mindestens sechs Wochen und höchstens acht Jahren aufgegeben haben. Im Schnitt waren sie 44 Jahre alt und rauchten etwa 20 Zigaretten pro Tag. Erfasst wurde ihre mentale Gesundheit mit Hilfe von Fragebögen, die sich nach Angst, Depression, Lebensqualität, Lebenseinstellung und Stress erkundigten.

Das Ergebnis war eindeutig: Alle erfassten seelischen Zustände wurden durch das Aufgeben des Rauchens verbessert. Die Angst sank um 37 Prozent, Depressionen nahmen um 25 Prozent, Stress um 27 Prozent ab. Die psychische Lebensqualität wurde um 22 Prozent und die positive Lebenseinstellung um 40 Prozent verbessert. Dieser Effekt ist nach Ansicht der Gesundheitsforscher größer als der einer antidepressiven Therapie mit Medikamenten.

Zuletzt überprüft am 4. Juli 2016