Beinwell

Symphytum officinales

Vor allem bei kleineren Sportverletzungen, also Prellungen oder Zerrungen wird Beinwell angewendet, das verhindert, dass sich eine Schwellung bildet oder die verletzte Stelle entzündet. Der botanische Namen des Beinwells lautet „Symphytum“, was im Griechischen so viel wie „zuheilen“ oder „zusammenwachsen“ bedeutet. Es zeigt, dass schon die alten Griechen diese Heilpflanze schätzten und über ihre heilsamen Eigenschaften Bescheid wussten. Auch Hildegard von Bingen hat Beinwell besondere Kräfte bei der Wundbehandlung beigemessen. In der Volksmedizin hat Beinwell schon deshalb eine große Rolle gespielt, weil er in freier Natur leicht zugänglich ist.

Beinwellwurzelstock, Symphyti radix

Beinwellwurzelstock, Symphyti radix

Zu medizinischen Zwecken wurden früher vor allem die Wurzeln der Pflanze verwendet. Als man mit Methoden moderner Analytik vor wenigen Jahren gerade in den Wurzeln neben den heilsamen auch schädliche Wirkstoffe, die sogenannten Pyrrolizidinalkaloide fand, mussten zunächst alle Beinwell-Produkte vom Markt genommen werden. Das Problem konnte aber die Wissenschaft inzwischen beheben: Heute werden bei der Herstellung von Beinwell-Präparaten die giftigen Substanzen entfernt oder man nimmt gleich eine neu gezüchtete Sorte (Symphytum x uplandicum Nyman Harras), die keine solche Gefahr in sich birgt.

Wirkung und Anwendung:
Beinwell-Zubereitungen wirken entzündungshemmend, abschwellend und schmerzlindernd. Sie sind zur äußerlichen Anwendung bestimmt. Ihre positive Wirkung entfalten die im Beinwell enthaltenen Wirkstoffe vor alle am Bewegungsapparat, bei sogenannten stumpfen Traumen, also bei Prellungen, Quetschungen und kleineren Sportverletzungen. Rechtzeitig nach der Verletzung aufgetragen, verhindert eine Salbe, Creme oder Gel mit Beinwell, dass sich eine Schwellung bildet, die die Heilung behindert, oder dass sich die verletzte Stelle entzündet. Die ursprüngliche Beweglichkeit stellt sich daher schneller wieder ein.
Manche Sportmediziner empfehlen Beinwell-Salben auch gegen Muskelkater. In einigen Untersuchungen konnten auch Rückenschmerzen mit Hilfe einer Beinwell-Creme erfolgreich behandelt werden.

Zu beachten:
Da in den wildwachsenden Sorten des Beinwells die leberschädigenden Pyrrolizidinalkaloide oft in höheren Mengen vorkommen, ist es nicht ratsam, Beinwell selbst zu sammeln oder gar einen Tee daraus zu bereiten. Die im Handel erhältlichen medizinischen Salben und Cremes sind dagegen sicher. Sie werden nach strengen Vorgaben hergestellt und von den Arzneimittelbehörden auf ihre Unbedenklichkeit regelmäßig überprüft.

Produkte sind beispielsweise: Traumaplant Creme® (Cassella-med), Kytta-Salbe® (Merck) oder Traumeel® (Heel).

Zuletzt überprüft am 11. Juli 2016