Kapuzinerkresse

Tropaeolum majus

Zur Herstellung pflanzlicher Arzneimittel werden vor allem die Blüten der Kapuzinerkresse verwendet, die reichlich Senföle enthalten, Wirkstoffe, die krankmachende Keime bekämpfen. In der feinen Küche sind essbare Blüten zurzeit im Trend. Viele Feinkostgeschäfte beherbergen deshalb im Kühlregal gleich neben Pilzen oder Salaten auch frische Veilchen, Gänseblümchen oder Kapuzinerkresse. Gerade die Blüten der Kapuzinerkresse werden – auf einem grünen Salat genauso wie auf einem warmen Fleischgericht – nicht nur wegen ihrer leuchtenden Farbe, sondern auch wegen ihres würzigen Geschmacks geschätzt. Dass die Blüten auch Stoffe enthalten, die als pflanzliche Antibiotika bezeichnet werden könnten, wissen dabei die wenigsten.

Hellrote Kapuzinerkresse

Hellrote Kapuzinerkresse

Es gibt an die 90 Arten Kapuzinerkresse, sie alle stammen aus Südamerika, wo sie vor allem als Nahrungsmittel dienen. Die Blüten und Blätter der Pflanze enthalten viel Vitamin C, weshalb sie früher von Seefahrern zur Verhinderung von Skorbut verzehrt wurde, einer Krankheit, die als Folge von Unterversorgung mit Vitamin C entsteht. Nach Europa kam Kapuzinerkresse aus Peru Ende des 17. Jahrhunderts. Dank ihrer Genügsamkeit wächst die Pflanze schnell und üppig, verträgt aber die winterliche Kälte nicht. Sie blüht von Mai bis September.
Zur Herstellung pflanzlicher Arzneimittel werden vor allem die Blüten der Kapuzinerkresse verwendet, die reichlich Senföle enthalten, Wirkstoffe, die krankmachende Keime bekämpfen. Wie Untersuchungen gezeigt haben, können Senföle (Isothiocyanate) das Wachstum auch von Bakterien  hemmen, die gegen Antibiotika resistent sind und sie wirksam an der Vermehrung hindern.

Wirkung und Anwendung:
Auch wenn Senföle wie pflanzliche Antibiotika wirken, können sie die Antibiotika nicht bei jeder Infektion ersetzen. Bei bestimmten Erkrankungen aber – vor allem bei leichteren  Harnwegsinfektionen und bei Atemwegsinfektionen, die neben Viren auch durch Bakterien verursacht wurden – sind Arzneimittel aus Kapuzinerkresse oft sinnvoller als Antibiotika. Die Einnahme von Antibiotika ist nämlich in der Regel mit unangenehmen Nebenwirkungen verbunden. Weil Antibiotika die Darmflora schädigen, führen sie zu Verdauungsbeschwerden. Bei Harnwegsinfektionen hilft Antibiotika-Therapie außerdem nicht wirklich nachhaltig: Jeder zweite Betroffene erkrankt innerhalb eines Jahres danach erneut. Pflanzliche Arzneimittel bergen solche Probleme nicht in sich. Sie verursachen auch keine Resistenzen, was langfristig betrachtet die größte Gefahr eines zu großzügigen Antibiotika-Gebrauchs darstellt.

Zu beachten:
Wenn eine Infektion auf eine Therapie nicht anspricht oder sich der Zustand des Betroffenen sogar verschlechtert, muss umgehend ein Arzt konsultiert werden. Zeitverzögerung kann auch in zunächst harmlosen Fällen gefährlich werden.

Produkte aus Kapuzinerkresse sind beispielsweise: Angocin® Anti-Infekt N(Repha)

Zuletzt überprüft am 11. Juli 2016