Kamille selbst gesammelt

Frage: Kamille ist vermutlich die bekannteste Heilpflanze überhaupt, schon meine Großmutter hat bei Erkältungen Kamilledämpfe inhaliert und beim verdorbenen Magen Kamillentee getrunken. Ich habe gesehen, dass auf einer Wiese ganz in der Nähe eine Menge Kamille wächst. Wann soll ich sie am besten sammeln und wie trocknen?

Antwort: Die Möglichkeit, Heilpflanzen in der Natur direkt zu sammeln ist verlockend, aber nur begrenzt ratsam. Gerade bei der Kamille ist die Verwechslungsgefahr sehr groß. Neben der Echten Kamille (Matricaria chamomilla) wächst bei uns nämlich noch die falsche Kamille, die auch Hundskamille genannt wird. Die Hundskamille ist keine Heilpflanze, weil sie im Unterschied zu der Echten Kamille keine heilsamen Wirkstoffe enthält, kann aber verstärkt Allergien auslösen. Die Ähnlichkeit beider Pflanzen ist groß. Am einfachsten können Sie am Geruch herausfinden, welche Art von Kamille bei Ihnen wächst. Wenn Sie die Pflanze zwischen den Fingern zerreiben und sie den bekannten Kamillenduft ausströmt, handelt es sich um die Echte Kamille. Die Hundskamille riecht dagegen streng und eher unangenehm. Beim Sammeln in freier Natur muss man aber auch darauf achten, dass die Pflanzen keine Schadstoffe enthalten (z.B. nicht neben einer befahrenen Straße wachsen) oder anderweitig belastet sind. Wenn das alles gesichert ist, sollten Sie möglichst nur die Blüten – spätestens fünf Tage nach dem Aufblühen – ernten, denn sie enthalten die meisten Wirkstoffe. Sie müssen schonend getrocknet und anschließend luftdicht und trocken aufbewahrt werden. Bei so viel Aufwand ist allerdings die Frage berechtigt, ob es nicht besser wäre, gleich in die Apotheke zu gehen und dort Kamille zu kaufen, die den Qualitätskriterien des Deutschen Arzneibuchs (DAB) entspricht.

Zuletzt überprüft am 3. Juli 2016