Kinder vertragen nicht zuviel Sonne

Die Haut vergisst nicht

Kinder Haut muss man in der Sonne mit Creme schützen

Kinderhaut ist viel dünner, durchlässiger und empfindlicher als die von Erwachsenen. Ihre Eigenschutzzeit beträgt bei intensiver Sonnenbestrahlung nicht mehr als bis zu zehn Minuten, danach droht bereits ein Sonnenbrand. „Die alte Behauptung, wonach Kinder mehr Sonne vertragen als Erwachsene, ist ein gefährlicher Aberglaube“, warnt Professor Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. „Ihre Haut ist keineswegs weniger empfindlich. Kinder ziehen sich an der See oder im Hochgebirge sogar besonders leicht einen Sonnenbrand zu“.

Kinderhaut ist viel dünner, durchlässiger und empfindlicher als die von Erwachsenen. Ihre Eigenschutzzeit beträgt bei intensiver Sonnenbestrahlung nicht mehr als bis zu zehn Minuten, danach droht bereits ein Sonnenbrand. Der Grund liegt darin, dass die Schutz- und Reparaturmechanismen der Kinderhaut erst nach und nach in Gang kommen, ihre Entwicklung dauert bis zur Pubertät.

Wissenschaftliche Studien zeigen: Je häufiger die Haut verbrennt, desto größer ist die Gefahr, dass sie dauerhaft geschädigt wird. Die Anzahl der Neuerkrankungen beim weißen Hautkrebs hat sich seit den 1960er Jahren alle 10 Jahre verdoppelt. Heftige Sonnenbrände im Kindesalter erhöhen ganz besonders das Risiko, später an einem Hautkrebs zu erkranken, denn die Haut vergisst nichts: Je früher mit dem Sonnenkonsum begonnen wird, desto mehr Defekte summieren sich im Laufe der Jahre in der Haut. Offenbar ist auch die Häufigkeit der Sonnenurlaube von Bedeutung: Wer in der frühen Kindheit sechsmal einen mehrwöchigen Urlaub im Süden verbrachte, hat später ein doppelt so hohes Krebsrisiko als jemand, der im gleichen Zeitraum nie im Süden war.

Deshalb dürfen Babys und kleine Kinder die Sonne nur sehr dosiert genießen. Babys dürfen im ersten halben Jahr überhaupt nicht in die pralle Sonne und auch später nur minutenweise. Der Kinderwagen oder die Liegedecke sollte sich immer im Schatten befinden oder der Wagen mit einem Sonnenschirm ausgestattet sein. Selbst im Schatten sollten Babys durch Hemdchen mit langen Ärmeln und Hütchen mit breiter Krempe geschützt werden. Allerdings darf man aus übertriebener Angst vor Sonnenschäden nicht die gesundheitlichen Vorteile vergessen, die auch Kindern die Sonne beschert. Experten empfehlen daher: Kinder sollten sich regelmäßig unter freiem Himmel aufhalten und zwar in Bewegung, mindestens eine halbe Stunde am Tag.

Zuletzt überprüft am 6. Juli 2016