Angst Phobische Störung

Angst

Angst ist grundsätzlich eine Missempfindung. Trotzdem ist sie eine wichtige lebendige Reaktion, mit der der Organismus auf drohende Gefahr reagiert. Unsere Vorfahren beispielsweise versetzte die Angst vor wilden Tieren oder Feinden in die Lage, sich bei Bedrohung jeweils schnell zwischen Kampf oder Flucht zu entscheiden, was oft ihr Überleben sicherte. Heute braucht man dieses Signal allerdings nur selten. In einer modernen Gesellschaft sind daher Ängste eher der Ausdruck einer Störung, als einer wirksamen Hilfe zur Bewältigung des Alltags. Treten sie bei einem Menschen zu stark oder zu oft auf, wirkt sie sich das auf sein Leben eher lähmend aus.

Die Angst ist ein Gefühl, das jeder gesunde Mensch immer wieder erlebt. Trotzdem leidet etwa jeder sechste Bundesbürger mindestens einmal im Leben unter einem Angstproblem. Durch die immer wieder überschießende Angst wird dann seine Lebensqualität so stark beeinträchtigt, dass er Hilfe suchen muss. Gleichzeitig sind moderne Menschen bereit, für Angst sogar zu bezahlen: Beispielsweise im Kino für das Anschauen von Horrorfilmen oder für die Fahrt durch eine Geisterbahn. Wo liegt also die Grenze zwischen einem unproblematischen Angstgefühl und einer behandlungsbedürftigen Angsterkrankung? Sie ist fließend und kann individuell sehr unterschiedlich sein. Die Psychologie sieht die Grenze zwischen „normalen“ gesunden Ängsten und einer behandlungsbedürftigen Angststörung darin, ob sie sachlich begründet sind oder nicht. Dabei können sich übermäßige Ängste nur auf bestimmte Situationen wie z.B. das Liftfahren oder Spinnen beschränken (das sind sogenannte Phobien), oder sie können völlig losgelöst von dem Auslöser z.B. als plötzliche Panikattacken in jeder Lebenslage auftreten. In vielen dieser Fälle ist die Angst der Ausdruck einer depressiven Verstimmung.
Ähnlich wie Schmerz macht auch Angst deutlich, wie eng der Körper und die Psyche eines Menschen zusammenhängen. In den letzten Jahren hat die Wissenschaft über Vorgänge, die sich im Gehirn bei Angst abspielen, viele neue Erkenntnisse gewonnen. Man weiß daher, dass Angst – wie alle Emotionen – im unbewussten Teil des Gehirns, dem sogenannten Mandelkern, entsteht. Dort werden Botenstoffen wie das Adrenalin oder das Dopamin gebildet, mit deren Hilfe das Gehirn dann alle wichtigen Organe im Körper alarmiert. Die Folge davon sind Herzklopfen, Schwitzen, erweiterte Pupillen, erhöhter Blutdruck, größere Muskelspannung, schnellere Atmung, aber auch veränderte Blasen- und Darmtätigkeit. Erst dann nimmt der Betroffene seine Angst auch bewusst wahr. Interessanterweise entstehen diese körperlichen Reaktionen unabhängig davon, ob man sich gerade einen Thriller anschaut, oder sich einer realen Bedrohung gegenüber sieht.

Welche Therapien gibt es:

Zur Linderung von Angstgefühlen stehen mehrere recht unterschiedliche Therapien zur Verfügung – Psychotherapie, Entspannungstechniken, Bewegung, Medikamente – die je nach individueller Lage alleine oder in Kombination eigesetzt werden können.
Körperliches Training und Entspannungsübungen sind bei allen Angstformen gut geeignet, weil sie dem Organismus helfen, Außenreize besser zu verarbeiten.
Bei leichteren Angstzuständen wie der ängstlichen Unruhe helfen meist sehr gut pflanzliche Medikamente mit Lavendelöl, Johanniskraut und – bei Schlafproblemen – Baldrian.
Bei Phobien (das altgriechische „phóbos“ bedeutet Furcht) hat sich die Verhaltenstherapie besonders gut bewährt. Mit einem gezielten Training können Phobien oft weitgehend überwunden werden.
Generalisierte Ängste brauchen eine ärztliche Behandlung. In der Regel wird der Arzt neben Psychotherapie auch angstlösende verschreibungspflichtige Medikamente (Anxiolytika) verordnen. Im Unterschied zu pflanzlichen Arzneimitteln machen aber diese Präparate abhängig und bergen das Risiko erheblicher unerwünschter Nebenwirkungen in sich.

Was sollte man im Alltag beachten:
Das Ziel einer Angstbehandlung darf nicht eine vollständige Angstfreiheit sein, auch die wäre krankhaft. In bedrohlichen Situationen braucht der Organismus die angemessene Angstreaktion. Langfristig sollte man daher vielmehr lernen, das Ausmaß von Bedrohungen realistisch einzuschätzen und ggf. Ängste zuzulassen bzw. auszuhalten.

Zubereitungen aus folgenden Heilpflanzen können helfen: Lavendel (z.B. Lasea), Johanniskraut (z.B. Jarsin, Laif, Neuroplant), Baldrian (z.B. Dolestan, Sedonium).

Zuletzt überprüft am 11. Juli 2016