Darmentzündungen Colitis ulcerosa, Morbus Crohn

Darmentzündung

Die Schleimhaut im Inneren des Darms ist ähnlich empfindlich, wie die Schleimhaut in der Nase oder in den Bronchien. Zu einer Darmentzündung kommt es deshalb schon bei jedem harmlosen Durchfall. Normalerweise klingt aber eine solche Entzündung bald, nachdem sich die Verdauung normalisiert hat, wieder ab. Ganz anders sieht es bei den chronischen Darmentzündungen aus. Hier bleibt das Entzündungsgeschehen – mal stärker und mal schwächer – immer bestehen. Auch diese Erkrankungen lassen sich aber mit Hilfe von Naturheilmitteln spürbar lindern.

Der menschliche Darm ist umfangreicher, als die meisten vermuten. Bei einem Erwachsenen erreicht er die Länge von 8 Metern und die Schleimhaut, mit der seine Innenfläche ausgekleidet ist, würde die Flügelfläche eines Jumbojets bedecken – rund 500 m2. Eine so große Fläche kommt deshalb zustande, weil die Schleimhaut des Darmes nicht glatt ist, sondern kleine Erhebungen (Darmzotten) bildet. Das Besondere am Darm ist aber nicht seine Größe, sondern die Tatsache, dass hier so unterschiedliche Systeme wie das zentrale Nervensystem (ZNS) und das Verdauungssystem aufeinander treffen. In der Darmwand befindet sich nämlich ein dichtes Netz an Nervenleitungen, die den Verdauungstrakt direkt mit dem zentralen Nervensystem verbinden. Das erklärt, warum z.B. Angst einen Durchfall auslösen kann.
Colitis ulcerosa und Morbus Crohn sind ernste chronische Leiden, die nur der Arzt diagnostizieren und behandeln kann. Sie treten bei Frauen und Männer gleichermaßen auf und können auch sehr junge Menschen, bereits ab 15 Jahren, plagen. Am häufigsten macht sich die Erkrankung in Form von Bauchkrämpfen und blutigen Durchfällen bemerkbar, die meist plötzlich, ohne eine scheinbare Ursache, auftreten und bis zu 15 Darmentleerungen am Tag zur Folge haben können.

Welche Therapien gibt es:
Eine genetische Prädisposition wird angenommen, die Ursachen der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen kennt man aber nicht. Deshalb gibt es auch keine Therapien, die eine dauerhafte Heilung versprechen würden. Die Erkrankung verläuft meist schubartig, zwischen den einzelnen Schüben können aber sogar Jahre einer völligen Beschwerdefreiheit vergehen. Das Ziel der derzeitigen Therapien ist daher, die beschwerdefreien Zeiten so lang wie möglich auszudehnen.
Dazu werden vom Arzt meist starke anti-entzündliche Arzneimittel zur Dauerbehandlung verordnet.
Von den Naturheilmitteln haben sich zwei Präparate besonders bewährt: eine Zubereitung aus probiotischen Bakterien (E-Coli-Nissle-1917-Bakterien) und ein Kombinationspräparat aus MyrrheKamille und Kaffeekohle.

Was sollte man im Alltag beachten:
Die Ernährung spielt in den meisten Fällen eine wichtige Rolle. Die Verträglichkeit von bestimmten Speisen ist aber individuell sehr unterschiedlich und kann mit der Zeit auch stark variieren. Die Betroffenen müssen also genau darauf achten, was ihnen bekommt und ihren Speiseplan und die Essensmenge jeweils danach richten. In vielen Fällen besteht eine Zuckerunverträglichkeit, die auch die Fructose, also frisches Obst, einschließt.

Zubereitungen aus folgenden Heilpflanzen können helfen: Kamille (z.B. Iberogast®), Myrrhe (z.B. Myrrhinil-Intest®).

Zuletzt überprüft am 2. Juli 2016