Infektanfälligkeit Immundefizienz

Infektanfälligkeit

Infektananfäligkeit und Immundefizien sind nicht das gleiche. In der Medizin ist Immundefizienz ein Sammelbegriff für Probleme des Immunsystems, die eine Schwächung der Abwehrfunktion des Körpers zur Folge haben. Sie sind in der Regel die Folge von schwersten Leiden bzw. Erkrankungen. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Infektanfälligkeit dagegen als eine Häufung von harmlosen Infektionen verstanden. Vor allem bei kleineren Kindern befürchten Eltern bereits dann eine Infektanfälligkeit, wenn sie mehrmals hintereinander eine harmlose Erkältung durchmachen. In den meisten Fällen ist aber diese Sorge unbegründet.

Ernste Immundefekte sind selten. Sie können angeboren sein oder die Folge einer schweren Erkrankung wie z. B. einer Leukämie oder einer HIV-Infektion (AIDS). Auch infolge bestimmter Therapien – beispielsweise beim Krebs oder nach einer Organtransplantation – ist die körpereigene Immunabwehr oft stark beeinträchtigt.
Im Unterschied zu Erwachsenen haben Kinder grundsätzlich eine schwächere, da noch nicht voll entwickelte Abwehr, weshalb ihre Infektanfälligkeit größer ist. Sie kann sich erst mit der Zeit ausbilden. Je kleiner Kinder sind, desto leichter stecken sie sich deshalb an. Besonders in der kalten Jahreszeit haben daher Eltern oft den Eindruck, dass ihr Kind aus den Erkrankungen gar nicht mehr herauskommt. Nach Meinung der Wissenschaft kann sich aber ein Schulkind bis zu achtmal pro Jahr erkälten, und ein Kindergartenkind sogar bis zu zwölfmal, ohne als anfällig zu gelten. Gesunde Erwachsene können sich durchschnittlich zwei- bis dreimal pro Saison erkälten, ohne dass deshalb ein Grund zur Besorgnis bestehen würde.
So lästig und unangenehm es auch sein mag, für die weitere gesundheitliche Entwicklung des Kindes sind harmlose Infektionen, aber auch die typischen Kinderkrankheiten, notwendig. Sie wirken wie ein Trainingsprogramm, mit dessen Hilfe die kindliche Abwehr die Fähigkeit erwirbt, später im Laufe des Lebens mit größeren Herausforderungen fertig zu werden, also auch die Infektanfälligkeit zu vermindern. Sollte sich allerdings ein Kind häufiger erkälten als für sein Alter angemessen, oder wenn die Infektionen jeweils übermäßig lange dauern bzw. besonders starke Beschwerden verursachen, muss ein Kinderarzt prüfen, ob nicht tatsächlich eine Abwehrschwäche oder gar ein Immundefekt vorliegen.

Welche Therapien gibt es:
Das körpereigene Immunsystem wird durch die Lebensweise stark beeinflusst. Man kann ihn deshalb durch bestimmtes Verhalten unnötig strapazieren oder gezielt stärken. Zur Verbesserung der Abwehr sollte man sich daher viel bewegen, ohne sich dabei zu überfordern, sich regelmäßig und abwechslungsreich ernähren und für ausreichend Schlaf sorgen. Darüber hinaus kann man seine Abwehrlage stärken, indem man für gute Laune und seelische Ausgeglichenheit etwas tut. Seelische Belastungen schwächen dagegen die Immunabwehr oft spürbar. Vor allem ist es aber wichtig, bei allen Dingen des täglichen Lebens das jeweils individuell richtige Maß zu finden.
Zu den bewährten Maßnahmen der Naturmedizin gehört noch die Abhärtung mit kaltem Wassen und häufige Aufenthalten im Freien.
In den Apotheken gibt es zur Stärkung des Abwehrsystems außerdem pflanzliche Arzneimittel, die Extrakte aus dem Sonnenhut (Echinacea) enthalten.

Was sollte man im Alltag beachten:
Alte Menschen und alle Personen, die kürzlich eine schwere Krankheit durchgemacht haben, sollten im Unterschied zu Kindern auch harmlosen Infektionen bewusst aus dem Weg gehen. Das gleiche gilt für Menschen, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden oder eine Krise durchmachen.
Für alle gilt außerdem, dass sie sich – wenn von der Überwindung der Erkältung das eigene Immunsystem profitieren soll – im Krankheitsfall schonen sollten, indem sie eine Pause vom Alltag einlegen.

Zubereitungen aus folgenden Heilpflanzen können helfen: Sonnenhut (z.B. Echinacin®, Esberitox®).

Zuletzt überprüft am 2. Juli 2016