Venenschwäche Venöse Insuffizienz

Venenschwäche

Den ersten Hinweis auf eine krankhafte Venenschwäche geben vor allem die sogenannten Besenreiser. Kaum ein Leiden ist so sehr mit falschen Vorstellungen verbunden wie Krampfadern. Entgegen der Bezeichnung sich dabei die Gefäße nicht verkrampft, sondern im Gegenteil – sie werden schlaf. Es handelt sich auch um keine harmlose Störung und schon gar nicht um ein kosmetisches Problem. Außerdem leiden nicht nur Frauen, sondern auch Männer darunter, wenn auch seltener. Und man kann, anders als viele annehmen, dagegen wirksam vorgehen. Hinter Besenreißern und Krampfadern verbirgt sich nämlich in der Regel eine Venenschwäche – und die ist eine behandelbare Krankheit.

Das frische Blut, das Sauerstoff und Nährstoffe bis in die entlegensten Stellen des Organismus bringen muss, wird durch das Herz in ständiger Bewegung gehalten. Zunächst läuft es durch die Adern, am Rückweg durch die Venen. In der Innenwand der Venen befinden sich kleine, schräg gestellte Klappen, die wie eine Art Ventil dafür sorgen, dass das Blut nur in eine Richtung fließen kann.  Zum Rücktransport, bei dem das „verbrauchte“ Blut einen Höhenunterschied von rund 150 Zentimeter gegen die Schwerkraft überwinden muss, reicht aber die Schubkraft, die das schlagende Herz entwickelt, alleine nicht mehr aus. Der Blutkreislauf braucht hier eine zusätzliche Unterstützung. Die erhält er vor allem von den Beinmuskeln. Wie eine zusätzliche Pumpe stärken sie die Förderleistung des Herzens und sichern so den Blutrücktransport. Ohne die Hilfe der Muskelpumpe würde das Blut in den Beinvenen versacken und die Gefäße würden sich dadurch zu Krampfadern ausweiten. Genau das passiert, wenn eine Venenschwäche vorliegt.

Die ersten Symptome, die durch einen ungenügenden Blutrücklauf in den Venen spürbar werden, sind Schwellungen der Beine. Nach längerem Sitzen bekommen allerdings auch jüngere, gesunde Menschen „schwere Beine“. Den ersten Hinweis auf eine krankhafte Venenschwäche geben deshalb vor allem die sogenannten Besenreiser. Das sind Erweiterungen an den kleinsten Venen der Beine, die sich nahe der Oberfläche befinden und deshalb sichtbar werden. Erst wenn der Krankheitsprozess ein fortgeschrittenes Stadium erreicht, bilden auch größere Venen ähnliche Ausbuchtungen, die man als Krampfader kennt. Sie entzünden sich leicht, was zur Juckreiz und Schmerzen führt. Bei einer entsprechenden Disposition können sich die ersten Schäden bereits um den 30. Geburtstag herum zeigen, mit fortschreitendem Alter, mit zunehmendem Gewicht und bei Frauen mit der Zahl der Schwangerschaften steigt dann die Erkrankungshäufigkeit zusätzlich.

Welche Therapien gibt es:
Obwohl Venenprobleme mit einer angeborenen Schwäche der Venenwand und des Bindegewebes zusammenhängen, kann man mit vorbeugen Maßnahmen viel erreichen. Die beste Methode, die Beschwerden gar nicht aufkommen zu lassen, ist in flachen Schuhen (!) zu laufen. Vor allem Bewegung in kürzeren Abständen bringt eine ganze Menge, weil die Beinmuskelpumpe dadurch betätigt und die Beinmuskulatur gestärkt wird. Langes Stehen oder Sitzen sollte man dagegen möglichst vermeiden.
Regelmäßige Bewegung ist auch dann noch eine wichtige Basismaßnahme, wenn bereits Beschwerden aufgetreten sind. Alleine reicht sie da allerdings nicht mehr aus. Gegen die Beschwerden bei leichteren Venenproblemen haben sich pflanzliche Arzneimittel gut bewährt. Vor allem die gut untersuchten Extrakte aus Rosskastanien, aber auch Extrakte aus rotem Weinlaub stärken die Venenwände und beugen so Stauungen vor.
Die wirksamste Hilfe gegen Venenbeschwerden bieten Kompressionsstrümpfe. Es ist aber eine Therapie, die im Sommer, wenn man sie am meisten braucht, nicht gerade angenehm ist. Kompressionsstrümpfe – oder in schweren Fällen Kompressionsverbände – helfen den geschädigten Venen durch den Außendruck wenigstens teilweise ihre Funktion zu erhalten und verhindern so ein Fortschreiten der Venenwandschädigungen. Auch eine Operation kann das Problem lösen, allerdings wird dadurch die Ursache nicht behoben. Die Betroffenen brauchen deshalb auch danach Bewegung, Kompressionsstrümpfe oder pflanzliche Arzneimittel, damit die Beschwerden nicht wieder schnell zurückkehren.

Was sollte man im Alltag beachten:
Venenschwäche ist eine erstzunehmende Erkrankung, weil sie ohne Gegenmaßnahmen fortschreitet und zu Thrombosen und infolge davon sogar zu einer lebensbedrohlichen Embolie führen kann. Bei stärkeren Venenbeschwerden sollte man daher unbedingt einen Arzt konsultieren.

Zubereitungen aus folgenden Heilpflanzen können helfen: Rosskastanie (z.B. Aescorin®, Essaven®, Noricaven® oder Venoplant®), Weinlaub (z.B. Antistax®).

Zuletzt überprüft am 2. Juli 2016