WEIHRAUCH ENTHÄLT ANTIENTZÜNDLICHE WIRKSUBSTANZEN

Die biblischen Gaben der Heiligen drei Könige – Gold, Weihrauch und Myrrhe – sorgen auch heute wissenschaftlich für so manche Überraschung.

Das zähflüssige Harz der Weihrauchpflanzen ist seit mehr als 3.000 Jahren eines der wichtigen Heilmittel der altindischen Naturheilkunde Ayurveda. Hier wurde er traditionell bei rheumatischer Arthritis und chronischen Gelenkentzündungen angewandt. Wie moderne Forschung belegen konnte, enthält Weihrauch tatsächlich entzündungshemmende Substanzen. Professor Dr. Oliver Werz, Lehrstuhlinhaber für pharmazeutische und medizinische Chemie der Universität Jena und seine Mitarbeiter sind im Rahmen eines Verbundprojektes mit der Universität Saarbrücken dem Wirkmechanismus des Weihrauchs nachgegangen. Dabei fanden sie in dem Harz verschiedene Eiweiße, die auf entzündliche Reaktionen des Körpers hemmend einwirken.

Moderne Weihrauchforschung hat außerdem klinische Hinweise gefunden, welche die traditionellen Einsatzmöglichkeiten bestätigen. So haben Forscher der Harvard-Universität in einer systematischen Übersicht bereits publizierter Untersuchungen Nachweise für die Wirksamkeit von Weihrauch bei rheumatoider Arthritis und beim Asthma gefunden.
Einige in Indien durchgeführte Studien zeigen positive Ergebnisse der Weihrauchtherapie auch bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und aktivem Morbus Crohn, sowie bei Schuppenflechte (Psoriasis). Auch eine deutsche Studie, die an der Morbus Crohn-Ambulanz in Mannheim durchgeführt wurde, kam zu dem Ergebnis, dass Patienten, die unter einer entzündlichen Darmerkrankung leiden, mit Gabe von Weihrauch eine Linderung erfahren können.

Zurzeit sucht man allerdings Medikamente, die Weihrauch enthalten, in deutschen Apotheken vergebens. Die wissenschaftlichen Ergebnisse reichen zur Zulassung noch nicht aus. Außerdem ist die Pflanze, bis heute die einzige Quelle für den aussichtsreichen Wirkstoff, in ihrem Bestand bereits stark bedroht.

Zuletzt überprüft am 5. Juli 2016