Wein massvoll genossen ist gut für die Gesundheit

Weintrauben

In Weinreben, das haben wissenschaftliche Untersuchungen ergeben  befinden sich – wie in manchen Heilpflanzen –  sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe. Begonnen hatte das Ganze mit dem sogenannten „Französischen Paradoxon“. Dieser Begriff beschreibt eine Beobachtung, die bereits vor rund zweihundert Jahren der irische Arzt Samuel Black gemacht hat, nämlich dass Franzosen weniger unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden als ihre europäischen Nachbarn. Das ist deshalb verwunderlich, weil sie sich, wie neuere Untersuchungen gezeigt haben, in den Risikofaktoren wie Gewicht oder Cholesterinspiegel von den Nachbarn nicht unterscheiden. Außerdem wird in Frankreich zum Essen regelmäßig Wein getrunken. Der Weinkonsum müsste aber eigentlich zum umgekehrten Ergebnis führen, denn Wein enthält rund zehn Prozent Alkohol und der ist ein Lebergift.

Wein ist aber mehr als nur ein alkoholisches Getränk, das haben in den letzten Jahren einige Untersuchungen bestätigt. In Weinreben befinden sich – wie in manchen Heilpflanzen –  sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe. Und die haben eine positive Wirkung auf die Gesundheit. Die Weinpflanze produziert diese Substanzen, um sich vor schädlichen Umwelteinflüssen wie Parasiten oder Pilzen zu schützen, ihre Wirkung beschränkt sich aber nicht nur auf den Pflanzenschutz. Vor allem die im Wein enthaltenen Polyphenole wie oligomere Proanthocyanidine (OPC) oder das Resveratrol wirken antioxidativ. Das bedeutet, dass sie die Wirkung bestimmter Schadstoffe auch im menschlichen Organismus mindern. Außerdem halten Polyphenole die Blutplättchen geschmeidig, was das Risiko von Blutgerinnseln, die Adern verstopfen und zum Herzinfarkt führen, verringert. Zusätzlich nimmt man an, dass die im Wein enthaltenen Polyphenole das im Blut frei schwimmende Cholesterin daran hindern, sich an den Gefäßwänden einzulagern, den Blutfluss zu behindern und damit das ganze Herz-Kreislauf-System zu schädigen.

Weintrauben in den Händen des Winzers nach der Ernte

Weintrauben in den Händen des Winzers nach der Ernte

Offenbar können die mit dem Wein aufgenommenen Polyphenole nicht nur den schädlichen Einfluss des gleichzeitig konsumierten Alkohols ausgleichen, sondern wirken oft noch darüber hinaus gesundheitsfördernd. Allerdings nur, wenn die konsumierte Alkoholmenge so gering bleibt, dass sie die Leber nicht angreift.
Seit einer längeren Zeit wird darüber gestritten, ob diese wohltuende Wirkung für jede Weinsorte aus jedem Weingebiet zutrifft, oder ob es „gesündere“ und „weniger gesunde“ Weine gibt. Vor allem für Rotweine mit einem hohen Anteil an Tanninen (z.B. die Sorten Malbec und Cabernet Sauvignon) gibt es bereits Untersuchungen, die ihre präventiven Effekte am Herz-Kreislauf-System dokumentieren. Für andere Weinsorten fehlen solche Belege, was jedoch nicht bedeutet, dass es diese Effekte nicht gibt.

 

Zuletzt überprüft am 5. Juli 2016