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  • Kommentare deaktiviert für Cimicifuga: Pharmakologische Studie schließt proliferativen Effekt auf östrogenempfindliche Mammakarzinomzellen aus

Das Wachstum östrogenrezeptorpositiver Mammakarzinome wird durch Östradiol stimuliert. Deshalb ist eine Hormonersatztherapie in solchen Fällen kontraindiziert. Da auch Cimicifuga racemosa eine östrogenähnliche Wirkung zugesprochen wird, überprüfte die Arbeitsgruppe um J. Freudenstein, Salzgitter, in einer in-vitro-Untersuchung den Einfluss des Phytopharmakons auf die Proliferation von Mammakarzinomzellen.

Material und Methodik

Für die in-vitro-Untersuchung wurden Ostrogenrezeptor-positive MCF-7-Zellen für drei Tage mit den Testsubstanzen inkubiert. Prüfsubstanz war ein isopropanolischer Extrakt aus Cimicifuga racemosa, der etwa 10 Prozent Pflanzeninhaltsstoffe enthielt. Als Referenzsubstanzen dienten 17b -Östradiol und Tamoxifen. Die Zellproliferation wurde anhand der Inkorporation von 6-3H-Thymidin gemessen.

Ergebnisse

Erwartungsgemäß stimulierte Östradiol in Konzentrationen zwischen 10-7 und 10-9M dosisabhängig die Proliferation der MCF-7-Zellen, während Tamoxifen das Wachstum hemmte. 0,01prozentiges DMSO, der Lösungsträger der Referenzsubstanzen, zeigte als Negativkontrolle keinerlei Einfluss auf das Zellwachstum.

  • Eine 10-3fache Verdünnung des Cimicifuga-Extraktes, entsprechend einer Konzentration von 100 µg/ml, hemmte nahezu vollständig die Inkorporation von 6-3H-Thymidin in den malignen Zellen. Sogar in einer Verdünnung von 10-5 (entsprechend 1 µg/ml) wies das Phytopharmakon noch einen Hemmeffekt auf die Zellproliferation auf. Für keine der untersuchten Verdünnungsstufen 10-3 bis 10-8, die einem Konzentrationsbereich von 100 µg bis 1 ng pro ml entsprachen, konnte eine Stimulierung der DNA-Synthese in den Zellkulturen festgestellt werden.
  • Bei gleichzeitiger Inkubation der Zellen mit Östradiol und dem Cimicifuga-Extrakt zeigte sich eine dosisabhängige Antagonisierung der Östrogenaktivität.
  • Eine gleichzeitige Inkubation des Phytopharmakons mit Tamoxifen ergab eine dosisabhängige Steigerung der antiöstrogenen Wirkung von Tamoxifen. Unspezi-fische zytotoxische Effekte des Pflanzen-Extraktes konnten durch entsprechende Toxizitätsuntersuchungen, u. a. mit HeLa-Zellen, ausgeschlossen werden.

Fazit: Die Daten weisen darauf hin, dass ein stimulierender Effekt von Cimicifuga racemosa auf die Proliferation östrogensensitiver Mammakarzinomzellen zumindest in vitro ausgeschlossen werden kann. Hingegen scheint das Phytopharmakon die DNA-Synthese in diesen Zellen über Östrogen-antagonisierende Mechanismen zu hemmen.

(Quelle: J. Freudenstein, C. Bodinet: Influence of an Isopropanolic Aqueous Extract of Cimicifugae Racemosae Rhizoma on the Proliferation of MCF-7 Cells. Vorgestellt auf dem 23 International LOF-Symposium of Phytooestrogens in Gent, 15.1.1999)