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Crataegus-Spezialextrakt WS 1442 ökonomisiert die Herzarbeit

Ziel ärztlicher Bemühungen bei leichteren bis mittelschweren Formen der Herzinsuffizienz in den Stadien NYHA II und III ist es, einer Progredienz der verminderten Herzleistung entgegenzuwirken und dadurch die Prognose zu verbessern. Basierend auf bisherigen Studienergebnissen, die solche Effekte pharmakologisch und klinisch dokumentieren, wurde von der Arbeitsgruppe um Prof. A. Weikl, Hauptkrankenhaus Deggendorf, eine placebokontrollierte Doppelblindstudie an einem größeren Patientenkollektiv durchgeführt, mit dem Ziel, zu untersuchen, inwieweit der Crataegus-Spezialextrakt WS 1442 in der Lage ist, das Druckfrequenzprodukt zu reduzieren und dadurch die Herzarbeit kardial insuffizienter Patienten zu ökonomisieren.

Patienten und Methodik

In die multizentrische placebokontrollierte Doppelblind-Studie wurden insgesamt 136 Patienten im Alter von 40 bis 80 Jahren, die eine Herz-insuffizienz im Stadium NYHA II aufwiesen, aufgenommen. Nach einer zweiwöchigen “Run-in-Phase”, in der alle nicht als Begleitmedikation zulässigen Präparate, wie z. B. Herzglykoside abgesetzt wurden, erfolgte nach Randomisierung eine 8wöchige Behandlungsphase. Die Patienten erhielten entweder 2 mal täglich 1 Kapsel des Prüfpräparates Crataegus-Spezialextrakt WS 1442, das 80 mg Trockenextrakt aus Weißdornblättern und -blüten, standardisiert auf 15 mg oligomere Procyanidine enthält, oder ein Placebo.

Hauptprüfparameter war die Veränderung der Differenz des Druckfrequenz-produktes (DFP) bei zweiminütiger Fahrradergometerbelastung mit 50 W gegenüber dem Ruhewert während des Beobachtungszeitraums. Dieser Parameter wurde vor und nach der Run-in-Phase sowie zu Studienende durch das fahrradergo-metrische Belastungs-EKG und Blutdruckmessung objektiviert.

Als sekundäre Zielgrößen wurden die Lebensqualität anhand einer LQ-Skala durch Befragung des Patienten erfaßt und gleichzeitig die Haupt-beschwerden hinsichtlich der Krankheitssymptomatik zu Beginn und zu Ende der Studie verglichen.

Die Verträglichkeit des Prüfpräparates wurde durch umfangreiche Laboruntersuchungen (Blutbild, Natrium, Kalium, Kalzium, Chlorid, Transaminasen, Blutzucker, Cholesterin, Kreatinin) sowie durch das Abfragen hinsichtlich unerwünschter Ereignisse in vierwöchigem Abstand kontrolliert.

Ergebnisse

Anhand der DFP-Differenz ließ sich in der Verumgruppe eine signifikante Verbesserung der Herzleistung gegenüber dem Ausgangswert nachweisen, während es in der Placebogruppe zu einer progredienten Verschlechterung dieses Parameters kam. Während im Vergleich zum Ausgangswert unter Crataegus-Spezialextrakt WS 1442 der mediane DFP-Wert um 5,6 bis zum Studienende abnahm, war unter Placebomedikation eine Zunahme um im Mittel 4,2 zu beobachten.

Das positive Ergebnis wurde auch durch die Minderung der Haupt-beschwerden, wie Kurzatmigkeit, eingeschränkte Belastbarkeit oder Knöchelödeme bestätigt. Außerdem führte die Verumtherapie zu einer verbesserten Lebensqualität. Im gesamten Studienverlauf traten lediglich 9 unerwünschte Ereignisse auf, 3 in der Verumgruppe und 6 in der Placebogruppe. Auch labordiagnostisch konnten während des gesamten Behandlungszeitraumes keinerlei Hinweise auf klinisch bedeutsame Veränderungen der untersuchten Parameter festgestellt werden.

Fazit: Die Studie zeigt, daß Crataegus-Spezialextrakt WS 1442 bei Patienten mit Herzinsuffizienz NYHA II das Druckfrequenzprodukt senkt, die Symptomatik verringert und die Lebensqualität verbessert. Die Verträglichkeit der Therapie ist sehr gut.

(Quelle: A. Weikl, K.-D. Assmus, A. Neukum-Schmidt, J. Schmitz, G. Zapfe, H.S. Noh, J. Siegrist: Crataegus-Spezialextrakt WS 1442 – objektiver Wirksamkeitsnachweis bei Patienten mit Herzinsuffizienz NYHA II. Fortschritte der Medizin 24, 114 Jhrg.: 291-296)