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Mistellektin-1-normierter Extrakt verbessert die Lebensqualität von Tumorpatienten

Dem Faktor Lebensqualität wird im Rahmen der Krebstherapie ein zunehmend hoher Stellenwert beigemessen. Eine großangelegte prospektive Kohortenstudie, die von Antonio Finelli, Roger Limberg und Karl Scheithe im Zeitraum von Mai 1996 bis Oktober 1997 an 884 Patienten durchgeführt wurde, ging der Frage nach, inwieweit Mistellektine die Lebensqualität von Krebspatienten beeinflussen.

Patienten und Methodik

In die Studie aufgenommen wurden insgesamt 884 Patienten mit malignen Tumoren unterschiedlicher Entitäten, wobei Mamma- und Kolonkarzinome am häufigsten vorkamen. Prüfpräparat war ein standardisierter und auf eine konstante Aktivität normierter Extrakt der Pappelmistel.

Über einen Zeitraum von drei Monaten wurden die Probanden mit dem Verum-Präparat entsprechend der Dosierungsempfehlung 2,5 µl/kg Körpergewicht behandelt.

Zu Beginn der Untersuchung sowie bei den Kontrollen nach einem bzw. drei Monaten wurden die verabreichte Dosis und auftretende unerwünschte Effekte dokumentiert.

Hauptprüfparameter war die Lebensqualität, die anhand des Fragebogens zur Lebenszufriedenheit (FLZ) als Maß für die subjektive Beurteilung durch den Patienten erfaßt wurde. Der FLZ gliedert sich in zwei Teile, wobei anhand einer fünfstufigen Ordinalskala (von 1 = nicht wichtig bis 5 = extrem wichtig) die Wichtigkeit und gleichzeitig die Zufriedenheit mit acht Lebensbereichen bzw. Gesundheitsaspekten ermittelt wird.

Im Rahmen der Abschlußuntersuchung wurden von Ärzten und Patienten der Therapieerfolg und die Verträglichkeit anhand einer vierstufi

Ergebnisse

Am Anfang der Behandlung besaß die Gesundheit mit einem Mittelwert von 4,34 Punkten die größte Bedeutsamkeit für die Betroffenen. Aspekte wie soziales Umfeld, berufliche und finanzielle Sicherheit oder Partner-schaft folgten erst in deutlichem Abstand. Im Verlauf der Behandlung stieg jedoch die Bedeutung dieser Lebensbereiche meßbar: So wurde die Wertigkeit der Freizeitgestaltung bei Aufnahme mit 2,85 Punkten angegeben, am Studienende mit 3,10 Punkten.

Die Gesundheit hatte auch den größten Zufriedenheitszuwachs erfahren: Wurde sie am Studienanfang lediglich mit 2,26 Punkten der fünfstufigen Skala bewertet, stieg ihr Wert im Laufe des dreimonatigen Behandlungs-verlaufs auf 3,15 Punkte an.

In einem zweiten Schritt wurde der Lebensbereich Gesundheit anhand von 8 einzelnen Aspekten näher analysiert. Dabei zeigte sich, daß zwar alle diese Aspekte eine Steigerung erfuhren, besonders stark veränderte sich aber die Einstufung der Parameter “Energie/Lebensfreude”, “körperliche Leistungsfähigkeit” und “Angstfreiheit”. Von im Mittel 2,70 Punkten bei Aufnahme stiegen sie auf mehr als 3,30 Punkte bei Abschluß der Studie an.

Bei der Abschlußbewertung klassifizierten 79,7 Prozent der Patienten und 76,5 Prozent der Ärzte den Therapieerfolg als sehr gut bzw. gut. Lediglich 5,5 Prozent der Patienten und 7 Prozent der Ärzte empfanden ihn als wenig zufriedenstellend. Als weiteres Indiz für die Zufriedenheit mit der Therapie kann die große Anzahl von Ärzten betrachtet werden, die eine Weiterbehandlung über den Beobachtungszeitraum hinaus anstrebten – in 757 Fällen plädierten sie für eine Weiterführung der Therapie.

Im gesamten Studienverlauf traten in jeweils vier Fällen erythematöse Ausschläge, Hautjucken oder Entzündung an der Injektionsstellen auf.

Fazit: Aus den Ergebnissen ziehen die Autoren die Schlußfolgerung, daß der komplementäre Einsatz eines normierten Mistellektin-Extrakts eine hocheffiziente Maßnahme darstellt, um eine Besserung der Lebensqualität zu erreichen und damit die onkologische Standardtherapie zu unterstützen.

(Quelle: Antonio Finelli, Roger Limberg, Karl Scheithe: Mistel-Lektin bei Patienten mit Tumorerkrankungen, Diagnostik und Therapie im Bild 1/98)