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Umweltverschmutzung: Enorme Bedrohung für die Gesundheit

Rund 13 Prozent der jährlichen Todesfälle in Europa sind auf Umweltfaktoren zurückführen und wären damit vermeidbar. Auf Platz eins steht dabei die Luftverschmutzung, an deren Folgen mehr als 400.000 Menschen in der EU vorzeitig versterben. Zu diesem Ergebnis kam eine im letzten Jahr veröffentlichte Untersuchung der Europäischen Umweltagentur (EUA), einer Institution der EU, deren Aufgabe darin besteht, valide und unabhängige Informationen zur Umwelt zur Verfügung zu stellen.

An zweiter Stelle steht die Lärmbelastung, die zu 12.000 vorzeitigen Todesfällen führe, heißt es in dem Bericht weiter, wobei Verkehrslärm die Hauptursache darstellt. Ein gravierendes Gesundheitsrisiko ist auch der Klimawandel, der neben extremen Hitze- und Kälteperioden auch Überschwemmungen sowie eine Zunahme von durch Insekten übertragbare Krankheiten mit sich bringt. Ein weiteres Problem sieht der Bericht in der Zunahme antibiotikaresistenter Keime, ebenso wie den in der Landwirtschaft nach wie vor gebräuchlichen Pestiziden.

Umweltbelastungen sind vor allem für Kinder, Alte und Arme schwerwiegend. „Während wir in Europa Verbesserungen in der Umwelt und im Green Deal einen klaren Fokus auf eine nachhaltige Zukunft sehen, zeigt der Bericht, dass Maßnahmen erforderlich sind, um die am stärksten gefährdeten Personen in unserer Gesellschaft zu schützen“, sagte EUA-Exekutivdirektor Hans Bruyninckx.„Die Bewältigung dieser Zusammenhänge muss Teil eines integrierten Ansatzes für ein inkludierendes und nachhaltigeres Europa sein.“ Mit dem Europäischen Green Deal hat sich die EU das Ziel gesetzt, Europa bis zum Jahr 2050 zu einem klimaneutralen Kontinent zu machen.

„Jeder muss verstehen, dass wir durch den Schutz unseres Planeten nicht nur Ökosysteme, sondern auch Leben retten, insbesondere das derjenigen, die am anfälligsten sind“, betonte auch EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevicius. „Genau darum geht es beim European Green Deal, weil er dem Kampf gegen Umweltverschmutzung und Klimawandel sowie dem Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt oberste Priorität gibt“.

ks

PK 1/2021